Chinesische Kredite nach Afrika unterscheiden sich von westlichen Entwicklungskrediten

Nicht-referierte Aufsätze

Lorenz Meister, Lukas Menkhoff, Annika Westen

In: DIW Wochenbericht 26/2023 (2023), 353-360

Abstract

China hat in den letzten 20 Jahren auffällig viele Kredite an afrikanische Länder vergeben. Neue Kreditdaten zeigen, dass chinesische Kredite im Vergleich zu westlichen, multilateralen Krediten relativ teuer, nicht so langfristig, tendenziell stärker besichert und bezogen auf die Volumina im Zeitverlauf volatiler sind. Damit dürften westliche Kredite im Allgemeinen eher im volkswirtschaftlichen Interesse der Schuldner liegen. Ferner zielen chinesische Kredite auf rohstoffreiche Länder, die weniger gegen Korruption unternehmen, sodass es mehr Bereicherungsmöglichkeiten für lokale Entscheidungsträger*innen gibt. Schließlich punktet China, im Gegensatz zur westlichen Kreditvergabe, mit Krediten ohne wirtschaftspolitische Auflagen. Es scheint für westliche Geber überlegenswert, die Zahl und Eingriffsintensität von Kreditkonditionen zu reduzieren, um so der Souveränität anderer Länder Rechnung zu tragen.



Keywords: International lending, conditionality, China, Africa
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2023-26-1

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