Externe Monographien
Mattis Beckmannshagen, Markus M. Grabka, Carsten Schröder, Johannes Seebauer
Berlin: DIW Econ, 2025,
Das Projekt MLK030 verfolgt zwei Ziele. Zum einen werden für den fünften und sechsten Bericht der Mindestlohnkommission Zeitreihen zur Lohnentwicklung, zur Arbeitszeit und zur Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns als inhaltliche Grundlage zur Einschätzung der Implikationen des Mindestlohns am Arbeitsmarkt erstellt. Als Datenbasis fungiert das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). Auswertungen von 2014 bis 2023 liefert dieser Bericht. In diesem Zeitraum ist der Mindestlohn in mehreren Schritten von 8,50 Euro im Jahr 2015 auf 10,45 Euro zum 1. Juli 2022 und auf 12 Euro zum 1. Oktober 2022 angehoben worden. Zum anderen soll eine Validierung von Arbeitszeitangaben im SOEP erfolgen, die, wie in jeder Bevölkerungsbefragung, mit Messfehlern behaftet sein können und zentral sind für die Berechnung von Stundenlöhnen aus monatlichen Bruttoentgelten. Die Ergebnisse der Validierung werden entsprechend der Projektplanungen im Abschlussbericht 2027 vorgestellt. Die Befunde für den ersten Projektteil bis 2023 sind wie folgt: Der durchschnittliche Stundenlohn stieg von 17,56 Euro (2014) auf 20,18 Euro (2019) und weiter auf 25,38 Euro (2023). Besonders in den letzten Jahren trieben höhere Löhne und ein Rückgang von Niedriglohnjobs (unter 12,50 Euro) die Dynamik an. Auch die Löhne im fünften Dezil stiegen im Durchschnitt von 14,44 Euro (2014) auf 20,52 Euro (2023). Im untersten Dezil erhöhten sich die Löhne von 6,44 Euro (2014) auf 9,87 Euro (2023). Die vereinbarten Wochenarbeitszeiten blieben über den gesamten Analysezeitraum stabil bei rund 34 Stunden. Höhere Stundenlöhne korrelieren dabei positiv mit längeren Arbeitszeiten. Die monatlichen Bruttoentgelte sind im Durchschnitt von 2.634 Euro (2014) auf 3.711 Euro (2023) gestiegen. Im fünften Dezil wuchsen sie von 2.166 Euro (2014) auf 3.085 Euro (2023). Beschäftigte im untersten Dezil verzeichneten einen Anstieg von 729 Euro (2014) auf 1.065 Euro (2023) 2015 wurden laut SOEP etwa 8,5 Prozent der Beschäftigten unter Mindestlohn bezahlt. Bis 2022 sank die Rate auf 4,7 Prozent und verzeichnete bei einem Mindestlohn in Höhe von 12 Euro einen erneuten Anstieg auf 6,5 Prozent im Jahr 2023
Themen: Arbeit und Beschäftigung