Soziale Medien: Bevölkerung befürwortet Regulierung – Altersverbot aber nur bis zwölf Jahre mehrheitsfähig

Nicht-referierte Aufsätze

Jörg Dollmann, Christian Hunkler, Nicolas Legewie, Julian B. Axenfeld, Andreas Franken, Felix von Heusinger

In: DIW Wochenbericht 93 (2026), 10, 135–145

Abstract

Die Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche wird zunehmend kontrovers diskutiert. Im Fokus stehen dabei Risiken, Chancen und mögliche Regulierungen. Mittlerweile zeigen sich Politiker*innen aller relevanten Parteien offen für ein Social-Media-Verbot bis zu einem bestimmten Alter; das Bundesfamilienministerium hat eine Expert*innenkommission eingesetzt. Auf Basis einer Kurzbefragung im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), durchgeführt im September 2025 in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) und der Universität Münster, untersucht dieser Wochenbericht die Einstellungen der Bevölkerung zu diesem Thema. Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Bild: Eine große Mehrheit bewertet soziale Medien als Risiko, zugleich erkennt ein erheblicher Teil aber auch Chancen; mehr als die Hälfte der Befragten sieht beides zugleich. Während eine Mehrheit Verbote für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren sowie in der Schule unterstützt, wird ein Verbot bis zum Alter von 16 Jahren überwiegend abgelehnt. Deutlich breiter ist die Zustimmung zu alternativen Schutzmaßnahmen wie Medienkompetenzförderung, elterlicher Begleitung und regulatorischen Vorgaben für Plattformanbieter. Die Befunde sprechen für differenzierte, kontextbezogene Regulierungsansätze statt pauschaler Verbote.

Themen: Persönlichkeit



Keywords: Social media ban
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2026-10-1

keyboard_arrow_up