Anstieg der Fehlzeiten im Jahr 2022 liegt nur bedingt an elektronischer Krankschreibung

Nicht-referierte Aufsätze

Markus M. Grabka, Oskar Breer

In: DIW Wochenbericht 20 (2026), 299–307

Abstract

In Deutschland sind insbesondere im Jahr 2022 die krankheitsbedingten Fehlzeiten Beschäftigter stark gestiegen. Von verschiedener Seite wurde argumentiert, dass hierfür die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ursächlich wäre. In den amtlichen Daten fehlten bisher die Fehlzeiten, die nicht an die Krankenkassen übermittelt wurden, was seit Einführung der eAU nicht mehr auftritt. Diese Lücke besteht in den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) nicht. Da aber auch nach den SOEP-Daten die Fehlzeiten in ähnlichem Umfang zunahmen, dürfte der Anstieg andere Ursachen haben. Vielmehr dürften sowohl stark vermehrte Atemwegserkrankungen als auch Verhaltensänderungen im Nachgang der Corona-Pandemie die Fehlzeiten verändert haben. Um die ohnehin seit 2008 gestiegenen Fehlzeiten zu reduzieren, sollte über die Einführung einer Teilkrankschreibung nachgedacht werden. Damit könnte die bisherige strikte ärztliche Beurteilung in gesund oder krank geändert und damit ein Arbeiten mit reduzierter Stundenzahl ermöglicht werden.

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