Nicht-referierte Aufsätze
Alexander Kritikos, Maximilian Priem, Friedrich Sohrweide
In: DIW Wochenbericht 12 (2026), 195–203
Eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige steht immer wieder im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Dabei wird das Bild der „schutzbedürftigen Solo-Selbstständigen“ gezeichnet, die im Alter dem Sozialstaat zur Last fallen. Die empirische Basis über die Altersabsicherung von Selbstständigen ist bislang jedoch lückenhaft. Vor diesem Hintergrund untersucht der Wochenbericht die ökonomische Lage der Selbstständigen in Deutschland sowie Art und Umfang ihrer Altersvorsorge. Die Analyse auf Basis eines neuen repräsentativen Datensatzes zeigt: Die große Mehrheit von 93 Prozent der Selbstständigen nutzt mindestens eine der in diesem Bericht betrachteten Optionen aus freiwillig flexibler Altersvorsorge (Immobilien), freiwillig periodischer Altersvorsorge (Lebensversicherungen) und obligatorischer Altersvorsorge (gesetzliche Rentenversicherung). Lediglich rund sieben Prozent der Selbstständigen sorgen überhaupt nicht für das Alter vor. Eine verpflichtende Altersvorsorge sollte sich gezielt auf diese Gruppe konzentrieren. Sie könnte etwa in einer Vorsorgequote unter Anerkennung vielfältiger Vorsorgeformen münden, ergänzt durch staatlich finanzierte Zuschüsse zu den Versorgungsaufwendungen für Geringverdienende. Dabei sollten flexible Zahlungsmöglichkeiten ermöglicht werden, um der wirtschaftlichen Realität von Selbstständigen zu entsprechen.
Themen: Rente und Vorsorge