Weitere referierte Aufsätze
Hilke Brockmann
In: Comparative Population Studies - Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 38 (2013), 3, 695-718
Familien schaffen Gesundheit, aber der Wandel familiärer Strukturen wird für viele negative gesundheitliche Veränderungen in der Bevölkerung verantwortlich gemacht. Wie entwickelt sich die Gesundheit von jüngeren Kindern heute in Deutschland, wenn Eltern zusammen oder getrennt leben? Anhand der aktuellen Daten des sozio-ökonomischen Panels können wir zeigen, dass Kinder in traditionellen Ehen nicht generell gesünder sind als Kinder in anderen Familien. So ist das Risiko, dass Kinder an einer gesundheitlichen Störung leiden, bei getrennt lebenden Müttern sogar signifikant niedriger als bei Kindern verheirateter Mütter. Trotzdem haben Kinder verheirateter Mütter ein höheres Geburtsgewicht und einen weniger von der Norm abweichenden BMI als Kinder geschiedener Mütter. Im Längsschnitt und unter Kontrolle möglicher Selektionseffekte lässt sich die negative gesundheitliche Wirkung einer Trennung und Scheidung der Eltern nachweisen. Vor allem die mentale und intellektuelle Verfassung der Mutter, nicht aber ihre materielle Situation, kann helfen, die negativen gesundheitlichen Folgen einer Trennung abzufedern. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen alleinerziehender Mütter wird die aktuelle und zukünftige Bedeutung der Befunde diskutiert.
Families produce health, but changing family structures are also held responsible for negative health outcomes in today’s societies. In this paper we analyse how the health of young children in Germany may change when parents separate. Data from the GSOEP show that children living in cohabiting families are not generally more healthy than children with separated parents. In fact, the risk to suffer from health disorders is significantly lower among children whose mothers have separated than among children whose mothers are married. However, children with married mothers have a higher birth weight and less often a BMI that deviates from the norm than children whose mothers are divorced. In a longitudinal analysis we control for health selection and find a negative causal impact of a separation or divorce on pre-clinical health aspects of young children. We also find that the mental and intellectual capacities of mothers, not their financial situation, can help to buffer the negative health impact of a separation in Germany. Against the background of rising numbers of single mothers we finally discuss the current and future implications of these findings.
Themen: Gesundheit