Diskussionspapiere extern
Max Dehne, Jürgen Schupp
Berlin:
German Institute for Economic Research (DIW Berlin),
2007,
(DIW Research Notes 26)
Die psychologische Persönlichkeitsforschung hat in den letzten Jahren zu einem weitgehenden Konsens hinsichtlich einer Taxonomie von Persönlichkeitsdimensionen gefunden, die nun auch andere Disziplinen zur Erforschung von Ursachen und strukturell bedeutsamen Konsequenzen von Persönlichkeitseigenschaften einlädt. Die sogenannten Big Five repräsentieren dabei fünf breite Dimensionen, in denen sich Individuen im Erleben und Verhalten voneinander unterscheiden: Offenheit für Erfahrungen (O), Neurotizismus (N), Gewissenhaftigkeit (G), Extraversion (E) und Verträglichkeit (V). Im SOEP ist erstmals 2005 eine eigens entwickelte Kurzversion (BFI-S) des zur Erfassung der Big Five verwendeten Inventars verfügbar und wird in den nächsten Jahren eine einzigartige Grundlage für die längsschnittliche lebenslaufbezogene Untersuchung von (Wechsel-)Beziehungen zwischen psychologischen, soziologischen und ökonomischen Faktoren auf der Individualebene bieten. Der vorliegende Beitrag verfolgt drei Ziele: Erstens führt er in den aktuellen Stand der Big-Five-Forschung ein und erläutert die Bedeutung des BFI-S im SOEP für aktuelle wie für künftige Forschungsfragen. Zweitens werden Validität und Reliabilität des BFI-S überprüft, wobei sich dieses Konstrukt sowohl hinsichtlich der Fünf-Faktoren-Struktur und der internen Konsistenz der Skalen, als auch in Bezug auf die inhaltlich von den Big Five tangierten Aspekte als leistungsstarker "kleiner Bruder" umfangreicherer Instrumente wie dem NEO-P-I-R oder dem BFI erweist. Drittens werden die SOEP-Daten von 2005 als Grundlage für eine Normierung der Big-Five-Skalen herangezogen und methodische Analysen zu Selektivität und Antwortstilen präsentiert. Dabei wird deutlich, dass sich die normierten Faktorwertedes BFI-S im SOEP als solide Vergleichsbasis für andere zukünftige Untersuchungen eignen; das SOEP also als zuverlässige deutsche Norm.
In the last few years, increasing consensus has emerged among a growing number of disciplines on what constitutes an adequately comprehensive taxonomy of personality dimensions. These "Big Five" personality traits are broad dimensions of individual differences in experience and behaviour: Neuroticism (N), Extraversion (E), Openness to Experience (O), Agreeableness (A) and Conscientiousness. In the Socio-Economic Panel (SOEP), these dimensions are surveyed using a specially developed short version (BFI-S) of common inventories. The results will provide a unique basis for future panel analyses of relations between psychological, sociological, and economic factors at the individual level. This article's aims are threefold: First, it summarizes the current research on the Big Five and clarifies the relevance of the BFI-S in the SOEP for current issues in this field. Second, it examines the validity and reliability of the BFI-S. The results confirm the suitability of this instrument: it replicates the five-factor structure; the scales show satisfactory internal consistency; and the meanings of the five factors derived from the BFI-S seem equivalent to those of more extensive inventories. Third, it uses the 2005 SOEP data for a norm-based scoring of the Big Five factor scores and conducts method analyses regarding selectivity and response sets. Since no serious evidence against the validity of the resulting scores could be found, these SOEP factor scores can provide solid German reference scores for other studies.
Themen: Persönlichkeit