Diskussionspapiere extern
Ralf K. Himmelreicher, Margareta Steinrücke, Heiner Stück
Bremen: Angestelltenkammer Bremen, 2001,
Auf der Grundlage ihres gesetzlichen Auftrags gehört es auch zu den Aufgaben der Arbeitnehmerkammer Bremen, die soziale Lage, die Interessen und Wünsche der bremischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in wirtschaftlicher, sozialer, beruflicher und in Hinsicht auf die Gleichberechtigung der Geschlechter zu erforschen. Teilzeitarbeit erweist sich als Angestellten- sowie als Frauenphänomen: Die größte Gruppe der Teilzeitbeschäftigten sind weibliche Angestellte. Die vorliegende Untersuchung „Teilzeitarbeit von Angestellten“ ist im Rahmen des Leitthemas „teilZEIT-Lebensqualität trotz Beschäftigungskrise“ (1998/99) der Angestelltenkammer Bremen von deren Forschungsbereich ausgearbeitet worden. Als Ergänzung der beschäftigungspolitischen Diskussion, die von der Angestelltenkammer Bremen in einer Reihe von Veranstaltungen1) im Jahre 1998 geführt worden ist, sollte eine empirisch abgesicherte Analyse der Strukturen von Vollzeit- und Teilzeitarbeit im Angestelltenbereich erstellt werden. Da die erste Auflage (August 1999) der vorliegenden Untersuchung sehr schnell vergriffen war, wird sie in überarbeiteter Form nunmehr von der Arbeitnehmerkammer Bremen nochmals aufgelegt. Die Auswertung beruht auf den aktuellsten zum Zeitpunkt der Auswertung verfügbaren Daten des Sozio-ökonomischen Panels (Erhebung im Frühjahr 1997). Man kann davon ausgehen, daß eine neuerliche Auswertung der letzten Welle des Sozio-ökonomischen Panels die von uns ermittelten Größenordnungen weitgehend widerspiegeln würde. Das zentrale Anliegen unserer Untersuchung besteht darin, eine sozio-demographische und sozio ökonomische Analyse der Teilzeitarbeit – im Vergleich zur Vollzeitarbeit – von Angestellten vorzunehmen, die im Kontext der Beschäftigungs- und Haushaltssituation insbesondere der geschlechtsspezifischen Strukturierung der Teilzeitarbeit Rechnung trägt. Die Untersuchung zeigt im weiteren, daß einerseits die beständige Mehrarbeit der Angestellten (insbesondere der Männer) ein in den Arbeitsstätten ungelöstes Problem bleibt, daß andererseits die Nachfrage (insbesondere der vollzeitbeschäftigten Frauen) nach neuen Arbeitszeitmodellen (3/4-Stellen) das Angebot auf dem Arbeitsmarkt weit übersteigt. Dagegen sind die teilzeitbeschäftigten Frauen mit ihren Arbeitszeiten weitgehend zufrieden. Teilzeitarbeit ermöglicht es den weiblichen Angestellten, Berufs- und Familienarbeit zu verbinden. Arbeitszeitpolitik als gesellschaftspolitischer Ansatz zur Lösung der Arbeitsmarktprobleme sollte daher die Themen „Abbau der Mehrarbeit“ und „Ausbau der Teilzeitarbeit“ aufgreifen. Mit dem am 1. Januar 2001 in Kraft getretenen Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge besteht erstmals ein Rechtsanspruch der Beschäftigten auf Teilzeitarbeit, was eine erleichterte Umsetzung eines solchen Ansatzes verspricht.
Themen: Arbeit und Beschäftigung