Diskussionspapiere extern
Thorsten Kalina, Claudia Weinkopf
Duisburg, Essen:
Universität Duisburg-Essen,
2013,
(IAQ-Report 2013-01)
Analysen zum Ausmaß und zur Entwicklung des Niedriglohnsektors lassen sich mit unterschiedlichen Datenquellen erstellen. Das Statistische Bundesamt verwendet hierfür beispielsweise die Verdienststrukturerhebung, die allerdings nur alle vier Jahre durchgeführt wird. Hiernach lag der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten in Deutschland im Jahr 2010 bei 20,6% und war gegenüber 2006 (18,7%) deutlich gestiegen. Angaben für die EU-Staaten werden auf der Basis der Europäischen Lohnstrukturerhebung ermittelt. Danach lag der Niedriglohnanteil in Deutschland im Jahr 2010 bei 22,2% (Bezzina 2012; Hans-Böckler-Stiftung 2013). Beide Angaben beziehen sich auf Beschäftigte in Betrieben mit mindestens zehn Beschäftigten und lassen einige Wirtschaftszweige außer Acht, was den Niedriglohnanteil eher unterzeichnet (Statistisches Bundesamt 2012: 16). Gedämpft wird diese Unterzeichnung allerdings dadurch, dass die Niedriglohnschwelle mit 10,36 € (2010) entsprechend höher liegt als bei Datenquellen, in denen auch Beschäftigte von Kleinstbetrieben enthalten sind (Kalina / Weinkopf 2013). Das IAQ führt seit Jahren regelmäßig Niedriglohnberechnungen auf der Basis des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) durch, das – anders als z.B. Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) – auch die Einbeziehung von Teilzeitbeschäftigte und Minijobber/innen erlaubt, die überproportional häufig für niedrige Stundenlöhne arbeiten. Im Folgenden gehen wir auf dieser Basis für das Jahr 2011 folgenden Fragen nach: Wie hat sich der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten überproportional häufig für niedrige Stundenlöhne arbeiten. Im Folgenden gehen wir auf dieser Basis für das Jahr 2011 folgenden Fragen nach: Wie hat sich der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten in Deutschland entwickelt? Welche Beschäftigtengruppen haben ein besonders hohes Niedriglohnrisiko und wie setzen sich die Niedriglohnbeschäftigten nach bestimmten Gruppen und Merkmalen zusammen? Welche Rolle spielen Stundenlöhne, die weit unterhalb der Niedriglohnschwelle liegen?
Themen: Arbeit und Beschäftigung