Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchungen zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung

Referierte Aufsätze Web of Science

Jens Kratzmann, Thorsten Schneider

In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (KZfSS) 61 (2009), 2, 211-234

Abstract

Seit einigen Jahren ist ein verstärktes Interesse an sozialen Disparitäten im deutschen Bildungssystem zu beobachten. Dabei lag der Fokus in der empirischen Forschung zunächst auf dem Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I. Erst in jüngerer Zeit wird vermehrt nach der Bedeutung vorschulischer Bildungsinstitutionen, insbesondere nach der des Kindergartens, für die Entwicklung und den späteren Bildungserfolg der Kinder gefragt. Der Kindergarten als erste Stufe des Bildungssystems zeichnet sich dadurch aus, dass die Teilnahme freiwillig und kostenpflichtig ist. Neben einer zum Teil auftretenden regionalen Unterversorgung sind dies die beiden zentralen Gründe, warum nicht alle Kinder ab einem Alter von drei Jahren den Kindergarten besuchen. Die Fragen nach den Determinanten der Inanspruchnahme des Kindergartens, nach der Bedeutung der Besuchsdauer für den späteren Bildungsverlauf, aber auch nach der Qualität des Kindergartens spielen deshalb in der Forschung eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie steht die Frage, ob der frühe Besuch eines Kindergartens die Startchancen von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern im Schulsystem verbessert. Als Indikator für ungünstige Startchancen wird die Verzögerung der Schullaufbahn durch eine Rückstellung von der Einschulung betrachtet. Zur Analyse werden empirische Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) herangezogen.

Themen: Bildung



Keywords: Kindergartenbesuch, Schuleintritt, Bildungsungleichheit, Bildungswahl, SOEP
Externer Link:
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/82423/diw_sp0100.pdf

DOI:
https://doi.org/10.1007/s11577-009-0051-z

keyboard_arrow_up