Armut im Kindesalter - Ausmaß und Folgen ungesicherter Lebensverhältnisse

Nicht-referierte Aufsätze

Wolfgang Lauterbach, Andreas Lange

In: DISKURS (1999), 1, 88-96

Abstract

Ausgangspunkt des Beitrages ist der Befund, daß zunehmend mehr Kinder in ungesicherten finanziellen Lebenslagen leben. Neben der Darstellung des Ausmaßes sowie der zeitlichen Dauer ungesicherter Lebenslagen werden die Konsequenzen dieser Lebensverhältnisse diskutiert. Diese lassen sich nach kurz-und langfristigen Kosten differenzieren, wobei aus soziologischer Sicht neben Gesundheit, Selbstwert und Kompetenz vor allem die langfristigen Folgen für den Bildungsverlauf hervorzuheben sind. Es wird ein theoretisches Modell für die Bundesrepublik vorgestellt, nach dem das zeitliche Zusammentreffen von Armutsepisoden und sensiblen Phasen des Übergangs in weiterführende Schulformen im dreigliedrigen Blidungssystem zu nachhaltigen Beeinträchtigungen der Bildungschancen für Jungen und Mädchen führt. Eine empirische Auswertung von Schullaufbahnen für die alten Bundesländer zeigt, daß sich ungesicherte finanzielle Verhältnisse im Elternhaus chancenmindernd auf die Übertrittsquoten in die Sekundarstufe I und II auswirken. Daraus wird abgeleitet, daß eine Perpetuierung von finanziell prekären Einkommenslagen als nachhaltige Konsequenz von teilweise nur kurzfristigen Einkommenseinbußen in Rechnung zu stellen ist.'

Themen: Bildung

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