Sozioökonomische Lage und generatives Verhalten in Westdeutschland. Eine Längsschnittanalyse im Lebensverlauf mit Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) 1984-2008 (Dissertation)

Externe Monographien

Diego Montano

Düsseldorf: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Philosophische Fakultät, 2012,

Abstract

Diese Dissertation ist eine empirische Überprüfung verschiedener konkurrierender mikrotheoretischer Modelle des generativen Verhaltens von Individuen, die in der Lage sein sollen, von den Handlungen und sozioökonomischen Eigenschaften des Einzelnen ausgehend zu Makrophänomenen wie der Bevölkerungsgröße und der langfristigen Entwicklung einzelner Familienlinien zu gelangen. Die Fragestellung wird mit Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP, 1984-2008) in Westdeutschland bearbeitet. Die verwendeten theoretischen Erklärungsansätze werden im Rahmen entscheidungs- sowie spieltheoretischer Überlegungen dargestellt, und in Form empirisch zu überprüfender Hypothesen zusammengefasst. Die zu überprüfenden Hypothesen werden darüber hinaus anhand von statistischen Mixed-Modellen sowie demographischen Projektionen untersucht. Die Ergebnisse weisen unter anderen darauf hin, dass (i) ein Bildungsgefälle zwischen Geschwistern existiert, das grundsätzlich durch Verknappung der familialen Ressourcen nach der Geburt der Kinder zustande kommt, (ii) sich eine stark signifikante Beziehung zwischen sozialer Herkunft und der Verteilung von Bildungsabschlüssen, Berufsklassen sowie dem Einkommen der Kinder erkennen lässt, (iii) Sexualselektionsmechanismen und Investitionen in Kinder die Sozialstruktur wesentlich mitbestimmen, (iv) fertilitätsfördernde politische Maßnahmen vor allem auf das Tempo der Reproduktion auswirken können, (v) demographiebedingte Herausforderungen keinem deterministischen Vorgang entsprechen, sondern teilweise etwa durch arbeitsmarkt- oder bildungspolitische Maßnahmen beeinflusst werden, und (vi) einkommensbezogene Fertilitätsraten langfristig fitness-äquivalent sein können.

In this dissertation different microtheoretical models of reproductive behavior are tested with empirical data from the Socio-Economic Panel (SOEP) between 1984-2008 in West Germany. These models try to explain macrophenomena such as population growth and continuity of family lines by considering individual behavior and socio-economic characteristics of individuals and families. The explanation models are presented in the framework of the game and decision theories. The main hypotheses are analyzed with statistical mixed-models and demographical projections. The results show that (i) there is an educational gradient among siblings that results from a shortage of family ressources after the birth of children, (ii) the associations between socio-economic background and education, occupational class and income of children are still strong in West Germany, (iii) sexual selection mechanisms and investments in children determine the social structure, (iv) fertility-oriented policies influence above all the timing of fertility, (v) demographic-related social changes are not deterministic; they can be tackled by policies concerning the employment market and/or the educational system, and (vi) income-specific fertility rates can be fitness-equivalent in the long run.

Themen: Bildung



Keywords: Intergenerational effects on education, socio-economic background and education, investments in children, timing of fertility, income-specific fertility rates, generative behaviour
Externer Link:
http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-25265/SoziooekonomischeLage_GenVerhaltenPDFA.pdf

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