Introducing Risk Adjustment and Free Health Plan Choice in Employer-Based Health Insurance: Evidence from Germany

Referierte Aufsätze Web of Science

Adam Pilny, Ansgar Wübker, Nicolas R. Ziebarth

In: Journal of Health Economics 56 (2017), December 2017, 330-351

Abstract

To equalize differences in health plan premiums due to differences in risk pools, the German legislature introduced a simple Risk Adjustment Scheme (RAS) based on age, gender and disability status in 1994. In addition, effective 1996, consumers gained the freedom to choose among hundreds of existing health plans, across employers and state-borders. This paper (a) estimates RAS pass-through rates on premiums, financial reserves, and expenditures and assesses the overall RAS impact on market price dispersion. Moreover, it (b) characterizes health plan switchers and investigates their annual and cumulative switching rates over time. Our main findings are based on representative enrollee panel data linked to administrative RAS and health plan data. We show that sickness funds with bad risk pools and high pre-RAS premiums lowered their total premiums by 42 cents per additional euro allocated by the RAS. Consequently, post-RAS, health plan prices converged but not fully. Because switchers are more likely to be white collar, young and healthy, the new consumer choice resulted in more risk segregation and the amount of money redistributed by the RAS increased over time.

Um Beitragssatzunterschiede zwischen den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) aufgrund systematisch unterschiedlicher Versichertenstruktur auszugleichen, hat der Gesetzgeber 1994 einen Risikostrukturausgleich (RSA) eingeführt. In seiner ersten Ausführung basierte dieser nur auf den Faktoren Alter, Geschlecht und Erwerbsunfähigkeit der Versicherten. Zusätzlich erhielten gesetzlich Versicherte 1996 die Möglichkeit, ihre Krankenkasse unabhängig von Beschäftigung und Bundesland frei zu wählen. Dieser Artikel untersucht empirisch (a) die Umverteilungswirkungen des RSA auf die Beitragssätze, Beiträge, Finanzreserven, Verwaltungskosten und Gesundheitsausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen. Darüber hinaus werden (b) Krankenkassenwechsler innerhalb der GKV empirisch charakterisiert und ihre jährlichen sowie kumulativen Wechselraten über die Zeit beschrieben. Die Ergebnisse basieren auf repräsentativen Panel-Daten des SOEP, die mit administrativen RSA- und Krankenkassendaten verknüpft sind. Die Arbeit zeigt, dass Krankenkassen — insbesondere die AOK — mit einer ungünstigeren Versichertenstruktur höhere Beitragssätze vor der RSA-Einführung hatten, und Arbeitgeber und Arbeitnehmer durchschnittlich gut 1.000 Euro mehr pro Jahr für die GKV aufwenden mussten. Nach RSA-Einführung konnten diese Kassen ihre Beiträge insgesamt um 42 Cent je zusätzlichem Euro aus RSA-Zuwendungen senken. Folglich konvergierten die Beitragssätze in der GKV nach RSA-Einführung, aber nicht vollständig. Weil Krankenkassenwechsler jünger, gesünder und eher Angestellte sind, führte die freie Kassenwahl zu einer Risikoentmischung im GKV-System. Das umverteilte RSA-Volumen nahm folglich über die Zeit zu.

Themen: Gesundheit



Keywords: employer-based health insurance, free health plan choice, risk adjustment, health plan switching, adverse selection: German sickness funds, SOEP
DOI:
https://doi.org/10.4419/86788791

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