Schlaf und Lebenszufriedenheit in Abhängigkeit vom Arbeitszeitmodell

Nicht-referierte Aufsätze

K. Roeser, J. Knies, A. Kübler

In: Somnologie - Schlafforschung und Schlafmedizin 17 (2013), 3, 205-211

Abstract

Hintergrund: Während die negativen Effekte von Schichtarbeit auf Schlaf und Gesundheit hinreichend belegt sind, gibt es bislang wenig wissenschaftliche Kenntnis darüber, wie sich weniger extreme Arbeitszeitmodelle auf Schlaf und Befindlichkeit auswirken. Daher wurden in der vorliegenden Studie Schlaf und Wohlbefinden in Abhängigkeit von verschiedenen Arbeitszeitmodellen untersucht. Material und Methoden: Die untersuchten Daten stammen aus der 26. Erhebungswelle des deutschen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP v 26). In die Analyse wurde eine repräsentative Stichprobe von 2423 Personen einbezogen. Verglichen wurden Befragte mit festen, freien und wechselnden Arbeitszeiten (AZ) bezüglich Arbeitsbelastung, Schlaf, Zufriedenheit mit Gesundheit und allgemeiner Lebenszufriedenheit. Ergebnisse: Personen mit freien AZ arbeiteten pro Woche am längsten, alle Gruppen schliefen jedoch unter der Woche und am Wochenende gleich lang. Die Gruppen mit freien und wechselnden AZ arbeiteten häufiger abends, nachts und am Wochenende. Hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem Schlaf, der Gesundheit und der allgemeinen Lebenszufriedenheit wiesen Personen mit wechselnden AZ die niedrigsten Werte auf. Die Gruppen mit freien und festen AZ unterschieden sich nicht. Schlussfolgerungen: Unregelmäßige AZ und hohe Arbeitsbelastung führten nicht zwangsläufig zu schlechtem Schlaf und Unzufriedenheit. Die eigene Entscheidung für Arbeit außerhalb der Normalarbeitszeit scheint den negativen Folgen auf Schlafqualität und Lebenszufriedenheit entgegenzuwirken. Selbstbestimmtheit und Synchronizität mit der individuellen zirkadianen Rhythmik könnten zu diesem Befund beigetragen haben.

Background: The negative effects of shiftwork on sleep and health have been well demonstrated. However, little is known about how less extreme working time models affect sleep and well-being. The present study investigated sleep and life satisfaction depending on different working time models. Materials and methods: Data were part of the 26th survey of the German Socio-Economic Panel (SOEP v26). We analyzed a representative sample of 2423 individuals. Groups with fixed, flexible, and varying working times were compared regarding workload, sleep, contentment with health, and life satisfaction. Results: Individuals with flexible working times worked longest during the week, but all groups slept equally long on workdays and weekends. Individuals with flexible and varying working times worked more frequently in the evenings, at nights, or on weekends. Individuals with varying working times reported lowest satisfaction with sleep, health and life satisfaction, while groups with fixed and flexible working times did not differ. Conclusion: Irregular working times and high workload did not necessarily result in impaired sleep and reduced life satisfaction. An individual’s free decision to work outside normal working hours seems to counteract negative consequences. Self-determination and synchronicity with the person’s circadian rhythm may have contributed to this finding.



Keywords: Schlaf, Arbeitszeiten, psychologischer Stress, Zufriedenheit, sozioökonomische Faktoren
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11818-013-0616-y

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