Einkommensentwicklung von Müttern im Vergleich zu kinderlosen Frauen in Deutschland

Nicht-referierte Aufsätze

Paul Schmelzer, Karin Kurz, Kerstin Schulze

In: DIW Wochenbericht 82 (2015), 47, 1127-1129

Abstract

Einkommenseinbußen von Müttern nach der Geburt eines Kindes im Vergleich zu kinderlosen Frauen hängen vor allem vom Zeitpunkt der Rückkehr in die Erwerbsarbeit ab: Mütter, die ihre Erwerbsarbeit höchstens für die Dauer der gesetzlich vorgesehenen Elternzeit unterbrechen, haben in der Folgezeit nur schwache und kurzzeitige Verdienstnachteile. Hingegen gehen Erwerbsunterbrechungen über die reguläre Freistellungsphase hinaus mit deutlich höheren und dauerhaften Verdiensteinbußen einher; dies betrifft knapp 40 Prozent aller in die Untersuchung einbezogenen Mütter. Ein Grund für die erhebliche Verdienstdifferenz könnte in einem negativen Signaleffekt liegen: Aus einer langen Erwerbsunterbrechungen könnten Arbeitgeber auf eine geringere Berufs- und Karriereorientierung der betreffenden Mütter schließen und ihnen daher niedrigere Löhne zahlen. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass sich die Karriereorientierung nach der Geburt ändert und Mütter sich im Anschluss an ihre Erwerbspause bewusst für Jobs entscheiden, die mit geringeren Entwicklungs- und Verdienstchancen einhergehen.



Keywords: Wage losses, parental leave, maternal employment, re-entry, human capital, signaling
Externer Link:
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.519910.de/15-47-3.pdf

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