Nicht-referierte Aufsätze
Johannes Schwarze, Guido Heineck
In: Wochenbericht des DIW Berlin 68 (2001), 21, 319-325
Mit der Einführung der Sozialversicherungspflicht für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse im April 1999 wurde vom Gesetzgeber ein vorläufiger Schlusspunkt unter eine jahrelange Diskussion gesetzt. Ziel der Reform war, die Einkommen aus geringfügiger Beschäftigung zur Finanzierung der Sozialversicherungssysteme mit heranzuziehen und den Beschäftigten die Möglichkeit zum Erwerb von eigenen Ansprüchen zu geben. Die Reform, die geringfügig Hauptbeschäftigte und Nebenerwerbstätige auf sehr unterschiedliche Weise trifft, stieß auf große Skepsis; es wurde befürchtet, dass die geringfügige Beschäftigung sowohl für die Unternehmen als auch für die Beschäftigten wegen der neuen Abgabenbelastung an Attraktivität verlieren würde. Die konkreten Auswirkungen der Reform der geringfügigen Beschäftigung können nun erstmals mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) analysiert werden. Es zeigt sich, dass die Zahl der geringfügig Nebenerwerbstätigen deutlich zurückgegangen ist; dies wurde durch die Zunahme der geringfügigen Beschäftigung aber teilweise kompensiert.
Themen: Arbeit und Beschäftigung