Essays on the Economics of Fertility and Education

Externe Monographien

Frederik Wiynck

2019,

Abstract

Diese Dissertation enthält zwei Studien, die den Effekt finanzieller Anreize auf Fertilität analysieren und eine Studie, die analysiert wie Studenten, die sich selbst überschätzen, auf Feedback reagieren. Kapitel 1 erläutert die Motivation meiner Forschung. Kapitel 2 präsentiert eine Studie über den Fertilitätseffekt von Kindergeld. Die Studie analysiert eine deutsche Reform, durch die das Kindergeld erhöht wurde. Eine Kindergelderhöhung bedeutet eine Subventionierung der Kosten, die Eltern für ihre Kinder tragen müssen. Die Fertilitätstheorie von Gary Becker (1960, 1991) sagt vorher, dass, weil Kinder aus ökonomischer Sicht ein normales Gut sind, eine Kindergelderhöhung die Nachfrage nach Kindern erhöhen sollte, was zu erhöhter Fertilität führt. Meine Koautorin und ich testen, ob die deutsche Bevölkerung entsprechend reagiert hat. Wir nutzen dabei die Tatsache, dass die Reform unterschiedliche Anreize für verschiedene Einkommensgruppen gesetzt hat, die auch mit der Geburtenfolge des betroffenen Kindes variieren. Da Einkommen sich endogen zu Fertilität verhält, benutzen wir das Bildungsniveau der Eltern als Proxy für Einkommen und unterteilen hiernach die Bevölkerung in Treatment- und Kontrollgruppen. Wir wenden die Difference-in-Difference Methode an, und prüfen, wie sich die Fertilität der verschiedenen Bildungsgruppen nach der Reform entwickelt hat; ob die Gruppen in dem Geburtenrang für den sie am meisten von der Reform profitieren, ihre relative Fertilität gesteigert haben. Wir nutzen zwei Datensätze für unsere Analyse: Das SOEP und den deutschen Mikrozensus. Wir finden keine Evidenz für einen Fertilitätseffekt für Erstgeburten von Paaren mit niedrigem Einkommen und eingeschränkte Evidenz für einen Fertilitätsanstieg zwischen 9,6% und 2,6% für Zweitgeburten von Paaren mit hohem Einkommen. Kapitel 3 präsentiert eine Studie über den Fertilitätseffekt der Kürzung kinderbezogener Sozialleistungen. Die Studie analysiert eine deutsche Reform, die Elterngeld auf Arbeitslosengeld II anrechenbar gemacht hat. Für betroffene Haushalte mit Kleinkindern bedeutete diese Reform eine Kürzung von 18% des Haushaltseinkommens. Erneut auf Beckers (1960, 1991) Fertilitätstheorie Bezug nehmend, erwarte ich, dass diese Erhöhung des von Eltern getragenen Preises für Kinder einen Fertilitätsrückgang auslöst. Durch Zugang zu administrativen Daten der Bundesagentur für Arbeit, steht mir ein außergewöhnlich großer und detaillierter Datensatz über die Fertilität von Sozialleistungen beziehenden Frauen zur Verfügung. Ich erstelle ein Panel aus diesen Daten und verwende ein lineares Wahrscheinlichkeitsmodell, um zu testen, ob die Fertilität von Sozialleistungsbeziehern nach der Reform gesunken ist. Ich finde starke Evidenz dafür, dass die Reform einen Fertilitätsrückgang von 6,8% in meiner Stichprobe von Sozialleistungsbezieherinnen ausgelöst hat. Kapitel 4 präsentiert eine Studie darüber, wie Studenten, die ihre Leistung überschätzen, ihre Leistung als Reaktion auf Feedback durch eine Vorklausur anpassen. In der ökonomischen und psychologischen Forschungsliteratur ist es ein etabliertes Phänomen, dass Studenten ihre akademische Leistung überschätzen (z.B. Murstein 1965, Grimes 2002, Andrews et al. 2007, Nowell & Alston 2007, Foster et al. 2017, Magnus & Peresetsky 2018). Ich entwickle ein Modell, das erläutert, wie Studenten ermitteln, wie viel Aufwand sie treiben wollen, um sich auf eine Klausur vorzubereiten. Das Modell sagt voraus, dass Studenten, die sich selbst überschätzen und denen die Note in der Hauptklausur relativ unwichtig ist, weniger Lernaufwand treiben, wenn sie die Vorklausur knapp bestehen, als wenn sie knapp durchfallen. Eine solche Reaktion ist irrational, weil das Feedback über ihren Vorbereitungsaufwand nur marginal besser ist, wenn sie bestanden haben. Egal ob sie bestanden haben oder nicht, ein Vorklausurergebnis nah an der Bestehensgrenze ist Feedback, dass sie Gefahr laufen durch die Hauptklausur zu fallen, wenn sie ihr bisheriges Aufwandslevel beibehalten. Ich nutze Daten über eine Vorklausur an einer deutschen Universität, um zu testen, ob Studierende tatsächlich auf die vorhergesagte Weise reagieren. Ich wende ein Regression Discontinuity Design an, um zu prüfen, ob es einen Strukturbruch in den Ergebnissen der Hauptklausur, an der Bestehensgrenze der Vorklausur gibt. Für die meisten Gruppen von Studenten finde ich keine Evidenz für einen Strukturbruch. Ich finde Evidenz für einen Strukturbruch von 27% der durchschnittlichen erreichten Klausurpunkte für eine Gruppe von Studenten, für die es wahrscheinlich ist, dass ihnen die Note in der Endklausur unwichtig ist. Kapitel 5 fasst zusammen, welchen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Forschungsliteratur meine Forschung leistet.

This dissertation contains two studies that analyze the effect of financial incentives on fertility and one that analyzes the effect of feedback on overconfident students. Chapter 1 outlines my motivation for this research. Chapter 2 presents a study about the fertility effect of child benefits. The study analyzes a German reform that increased child benefits. Increasing a state subsidy for children such as child benefits, decreases parents’ price for children. Gary Becker’s fertility theory (1960, 1991) predicts that since children are, in economic terms, a normal good, demand for children should rise with child benefits, leading to an increase in fertility. My coauthor and I test if the German population reacted accordingly. We exploit the fact that the reform created different incentives for births of different parity and differed by parents’ income level. Since income is endogenous to fertility, we use education as a proxy for income to divide the population into treatment and control groups. We use a difference-in-difference estimation strategy to test if the educational groups show relative increases of fertility for the birth-order at which they benefitted more than other educational groups. We use two datasets: the SOEP and the German Mikrozensus. We find no fertility effect for first births of low-income couples and some evidence for a fertility increase between 9.6% and 22.6% for second births of high income couples. Chapter 3 presents a study about the fertility effect of cutting child related welfare benefits. The study analyzes a German reform that made parental leave benefits deductible from welfare benefits. This meant an average decrease of 18% of household income for parents of young children who receive welfare. Relying on Becker’s fertility theory (1960, 1991) again, I expect this increase in parents’ price for children to cause a decline in their fertility. Access to administrative data about welfare recipients from the federal employment agency of Germany supplies me with an exceptionally big and detailed dataset about the fertility of welfare receiving women. I construct a panel from these data and use a linear probability model to test if welfare recipients decreased their fertility after the reform. I find that the reform caused a fertility reduction of 6.8% for my sample of welfare recipients. Chapter 4 presents a study about overconfident students’ adjustment of study effort as a reaction to feedback from a pretest. The phenomenon that students expect to perform better than they turn out to do, called student overconfidence, is well established in the literature on the economics and the psychology of education (e.g. Murstein 1965, Grimes 2002, Andrews et al. 2007, Nowell & Alston 2007, Foster et al. 2017, Magnus & Peresetsky 2018). I develop a model that explains how students choose the effort level they invest to prepare for an exam. This model predicts that overconfident students for whom the grade in the final exam is not important will invest less effort for final exam preparation if they barely pass a pretest than if they barely fail it. Such a reaction is irrational, since the feedback about their performance is only marginally better if they barely pass. Irrelevant if they pass or fail, a pretest score close to the passing threshold is feedback that retaining their previous effort level puts them at risk to fail the final exam. I test if students react as predicted by the model using data from a pretest written at a German university. I use a regression discontinuity design to check for a structural break in final exam performance at the passing threshold of the pretest. I find no structural break for most groups of students. I do find a structural break of the magnitude 27% of average exam performance for a group of students who is least likely to care about the grade in the final exam. Chapter 5 concludes the dissertation by summarizing in which way my research contributes to the economic literature.

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