Aufsätze in Sammelwerken 2021
Jörg Schmidt, Oliver Stettes
In:
Andrea Hammermann, Timothy Rinke, Jörg Schmidt, Oliver Stettes ,
Forschungsbericht 580: Veränderungs- und Transformationsprozesse am Arbeitsplatz: Kurzanalysen auf Basis von IAB-Betriebspanel, BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung und Sozio-oekonomischem Panel
Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
89-141
Die Arbeitswelt unterliegt einem permanenten Wandel. Neue Arbeitsweisen, Arbeitsgeräte und Prozesse, aber auch neue Technologien und Geschäftsmodelle beeinflussen in vielfältiger Weise den deutschen Arbeitsmarkt. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, in welchem Umfang Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Neuerungen an ihrem Arbeitsplatz betroffen sind, welche Erwartungen sie damit perspektivisch verbinden und wie sich infolge der Einführung von Neuerungen an ihrem Arbeitsplatz bestimmte Indikatoren der Arbeits- und Lebensqualität im Zeitverlauf verändern. Demnach liegt der Fokus der vorliegenden Untersuchung auf der Erstellung einer Empirie, die die Erwartungen und Einschätzungen von Beschäftigten rund um eine Veränderung der Ausstattung ihres Arbeitsplatzes bündelt. Dazu wird im Folgenden das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ausgewertet, das in den Jahren 2015 bis 2018 nicht nur dazu eine geeignete Fragestellung enthält, sondern auch gezielt die künftigen Erwartungen der Beschäftigten erfragt. Diese lassen sich dann auch mit an anderer Stelle abgefragten Indikatoren der Arbeits- und Lebensqualität abgleichen und damit Hinweise finden, inwieweit sich Erwartungen und Erfahrungen (ex post) decken oder unterscheiden. Aufgrund der Vielzahl von sozio-demografischen und berufsbezogenen Merkmalen ermöglicht das SOEP einen detaillierten Einblick in die Strukturen der Beschäftigten, die von Neuerungen am Arbeitsplatz (nicht) betroffen sind und die bestimmte Zukunftserwartungen mit den Neuerungen verbinden. So können insbesondere differenzierte Befunde nach Geschlecht, Altersklassen, Berufsgruppen, etc. vorgelegt werden. Die deskriptiven Befunde werden im Rahmen von bereinigten Korrelationsanalysen näher untersucht bzw. überprüft (Abschnitte 4.3 und 4.4). Aufgrund des Längsschnittdesigns des SOEP sind zudem Verlaufsanalysen möglich. So können beispielsweise die Daten für bestimmte Indikatoren der Arbeits- und Lebensqualität jeweils im Jahr vor der Einführung von Neuerungen, im Jahr der Einführung von Neuerungen und im Jahr nach der Einführung von Neuerungen für dieselben Personen berechnet und verglichen werden. Auf diese Weise lassen sich tendenzielle Aussagen treffen, inwieweit Änderungen in den Indikatoren und die Neuerungen am Arbeitsplatz in Zusammenhang stehen. Zudem kann im Längsschnitt mit Einschränkungen aufgezeigt werden, inwieweit sich die abgefragten Erwartungen (die sich auf das jeweils übernächste Jahr beziehen) auch in den Daten der entsprechenden Indikatoren widerspiegeln. Da in der Analyse deskriptive Auswertungen im Mittelpunkt stehen, sind kausale Ableitungen nicht möglich (Abschnitte 4.5 und 4.6). Letztlich soll und kann die Studie dazu beitragen, neue Erkenntnisse über die Wahrnehmung von (digitalen) Transformationsprozessen am Arbeitsplatz aus Sicht der Beschäftigten zu gewinnen und dadurch insbesondere den Rat der Arbeitswelt in der Ableitung von Handlungsempfehlungen zu unterstützen.
Themen: Arbeit und Beschäftigung
Externer Link:
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-75707-2