Diskussionspapiere extern
Laura Goßner, Manuel Siegert
Nürnberg:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl (FZ),
2023,
(Forschungsbericht / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl (FZ), 43)
In diesem Forschungsbericht werden Personen mit und Personen ohne Migrationserfahrung in Bezug auf COVID-19-Erkrankungen und Impfungen gegen SARS-CoV-2 miteinander verglichen. Für die Analysen werden die Daten der RKI-SOEP-2 Studie verwendet. Diese beinhalten Beobachtungen von insgesamt 10.225 Personen, die zwischen November 2021 und März 2022 befragt wurden. Berücksichtigt werden von den Befragten berichtete Infektionen und Impfungen, die bis Ende Oktober 2021 stattfanden. Die deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland war bis Ende Oktober 2021 durch zwei Impfungen oder einer Infektion und mindestens einer Impfung mindestens zweimal mit SARS-CoV-2 bzw. dessen Spikeprotein in Berührung gekommen. Mit rund 82 Prozent war der Anteil derjenigen mit zwei Kontakten unter den Personen mit Migrationserfahrung acht Prozentpunkte geringer als unter den Personen ohne Migrationserfahrung (rund 90 Prozent). Bereits drei Auseinandersetzungen mit dem Virus – durch drei Impfungen oder eine entsprechende Kombination von Impfungen und Infektion –, und damit einen soliden Schutz zumindest gegen einen schweren Krankheitsverlauf, hatten Ende Oktober 2021 nur wenige Personen, wobei diesbezüglich zwischen Personen mit und Personen ohne Migrationserfahrung kein großer Unterschied bestand. Bis Ende Oktober 2021 waren rund acht Prozent der Personen mit Migrationserfahrung an COVID 19 erkrankt, bei denjenigen ohne Migrationserfahrung waren es nur rund vier Prozent. Die höhere Inzidenz bei den zugewanderten Personen lässt sich auf sozio-ökonomische Unterschiede zurückführen. Eine Rolle spielen dabei zum Beispiel Unterschiede in der Wohnsituation sowie in der beruflichen und familiären Situation. Die Analysen zeigen damit, dass nicht die Migrationserfahrung selbst, sondern erst die damit verbundenen Lebensumstände für die Unterschiede beim Infektionsgeschehen relevant sind. Beide Gruppen hatten bis Ende Oktober 2021 zu einem Großteil eine erste Impfung gegen SARS CoV-2 erhalten. Mit rund 94 Prozent war der Anteil bei den Personen ohne Migrationserfahrung sieben Prozentpunkte höher als bei den Personen mit Migrationserfahrung (87 Prozent). Worauf dieser Unterschied zurückzuführen ist, kann an dieser Stelle nicht abschließend geklärt werden. Es deutet sich aber an, dass von den Ungeimpften mit Migrationserfahrung ein größerer Anteil als bei den Ungeimpften ohne Migrationserfahrung zum Befragungszeitpunkt grundsätzlich noch impfbereit war. Insoweit könnte sich der Unterschied seither noch verkleinert haben. Beim Anteil derjenigen, die nach einer Erstimpfung auch eine zweite Impfung erhielten, bestand zwischen den beiden Gruppen kein nennenswerter Unterschied.
Themen: Gesundheit
Externer Link:
https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/89944/ssoar-2023-groner_et_al-COVID-19-Erkrankungen_und_Impfungen_gegen_SARS-CoV-2.pdf?sequence=1&isAllowed=y&lnkname=ssoar-2023-groner_et_al-COVID-19-Erkrankungen_und_Impfungen_gegen_SARS-CoV-2.pdf
DOI:
https://doi.org/doi.org/10.48570/bamf.fz.fb.43.d.2023.rki-ibs.1