Geschlechtsspezifische Auswirkungen des Mindestlohns: Eine kritische Analyse ökonomischer Diskriminierungstheorien (Dissertation)

Externe Monographien

Christian Brückner

2024,

Abstract

Diese Dissertationsschrift befasst sich mit der Thematik von geschlechtsspezifischen Effekten von Mindestlöhnen. Dabei wird sich mit gängigen ökonomischen Diskriminierungstheorien in einer komparativen Literaturanalyse beschäftigt. Dies ermöglicht eine Herausarbeitung von theoretischen Mindestlohneffekte alternativer Arbeitsmarkttheorien. Ausgangspunkt dafür ist die beobachtete Diskrepanz zwischen einer Vielzahl von Prognosen und tatsächlichen Effekten der Mindestlohneinführung in Deutschland in 2015. In der Mindestlohnforschung zeigen sich entsprechend kritische Stimmen zu den hauptsächlich verwendeten Modellannahmen, die auf dem neoklassischen Referenzmodell aufbauen. Eine alternative Grundannahme für Arbeitsmarktmodelle berücksichtigt geschlechterspezifische Arbeitsmarktsituationen und Diskriminierung. Mit Hilfe von gängigen ökonomischen Diskriminierungstheorien soll analysiert werden, inwiefern alternative Annahmen bei Arbeitsmarktmodellen die beobachteten Effekte besser abbilden können. Die aus dieser Analyse erarbeiteten Effekte können teilweise die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes nach 2015 präziser beschreiben als vorangegangene Prognosen. Dadurch ergeben sich Indizien für eine stärkere Orientierungsfunktion von einigen Diskriminierungstheorien für den deutschen Arbeitsmarkt im Vergleich zum neoklassischen Referenzmodell. Vor allem die Effizienzlohntheorie, die als einzige vielschichtige Spill-Over-Effekte erklären kann, sticht dabei hervor. Die Arbeit bietet mit der komparativen Analyse von Arbeitsmarkttheorien mit verschiedenen Grundannahmen eine Methodik zur Evaluation von verwendeten Modellen, die auch mit anderen Themenschwerpunkten genutzt werden kann. Die Hypothese struktureller Diskriminierung nach dem Geschlecht auf dem Arbeitsmarkt kann durch diese Arbeit unterstützt und somit die Relevanz von Diskriminierung berücksichtigender Forschung untermauert werden. Weitere Forschung bietet sich außerdem in der Präzisierung der Ergebnisse nach Teilarbeitsmärkten und Quantifizierung der Effekte an.

Themen: Gender

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