Weitere referierte Aufsätze
Stefan Seuffert, Philipp Toussaint
In: Perspektiven der Wirtschaftspolitik 25 (2024), 3-4, 233-257
Der demografische Wandel löst in der gesetzlichen Rentenversicherung einen Generationenkonflikt aus, der sich zwischen einem ausreichenden Leistungsniveau und tragbaren Beitragssätzen zeigt. Die aktuelle deutsche Rentenpolitik fokussiert sich hauptsächlich auf die Leistungsseite und bewirkt eine ausschließlich intergenerative Aufteilung der demografischen Belastung, die zunehmend zu Ungunsten junger und künftiger Generationen ausgestaltet ist. Stefan Seuffert und Philipp Toussaint untersuchen Reformoptionen zur Lastenverteilung auf inter- und intragenerativer Ebene und unterbreiten einen Reformvorschlag, der in den Zielkonflikten zwischen Beitrags- und Leistungsstabilität sowie zwischen Äquivalenzprinzip und Grundsicherungswirkung Kompromisslösungen erlaubt. Ein nachhaltigkeitsneutraler Sockelschutz bewirkt eine intragenerative Umverteilung zum effektiven Schutz vor Altersarmut ohne Veränderung der intergenerativen Lastenteilung. Die intragenerative Umverteilung eines solchen Sockelschutzes von 28 Entgeltpunkten ist zur Stützung der Rentengrundsicherungsquote mehr als fünfmal so effektiv wie die intergenerative Umverteilung von 432 Milliarden Euro durch eine Rentenniveauhalteline von 48 Prozent.
Themen: Ungleichheit
Keywords: gesetzliche Rentenversicherung, Generationengerechtigkeit, intragenerative Umverteilung, Rentenniveau, Sockelschutz
DOI:
https://doi.org/10.1515/pwp-2024-0015