Referierte Aufsätze Web of Science
Florian Beese, Susanne Bartig, Benjamin Wachtler, Markus M. Grabka, Elisabetta Mercuri, Lorenz Schmid, Nora Katharina Schmid-Küpke, Madlen Schranz, Laura Goßner, Wenke Niehues, Sabine Zinn, Christina Poethko-Mueller, Lars Schaade, Claudia Hövener, Antje Gößwald, Jens Hoebel
In: Gesundheitswesen 85 (2023), 08/09, 765-766
Einleitung: Evidenz zu sozioökonomischer Ungleichheit im SARS-CoV-2-Serostatus in späteren Pandemiephasen ist rar, kann aber zur Identifizierung von sozial ungleich verteilten Risiken für schwere COVID-19-Verläufe und Ansatzpunkten für Prävention beitragen. Diese Analyse untersucht sozioökonomische Unterschiede in SARS-CoV-2-Antigenkontakten durch Infektion und/oder Impfung nach einem Jahr Impfkampagne in Deutschland. Methoden: Die Auswertungen basieren auf Daten der Studie „Corona-Monitoring bundesweit – Welle 2“ (n=10.448, November 2021 – Februar 2022). Es wurden adjustierte Prävalenz Ratios (PR) mittels Poisson-Regressionen berechnet um Einkommens- und Bildungsunterschiede in der SARS-CoV-2-Infektion, COVID-19-Impfung, Grundimmunisierung sowie in mind. drei Antigenkontakten zu schätzen. Ergebnisse: Niedrige Bildungsgruppen zeigen ein 1,35-fach erhöhtes Infektionsrisiko (95%-KI 1,01–1,82; p=0,045), wohingegen ein höheres Bildungs- und Einkommensniveau positiv mit der COVID-19-Impfung und Grundimmunisierung assoziiert sind. Die größten Unterschiede bestehen bei drei Antigenkontakten (niedrige vs. hohe Bildung: PR 0,74; 95%-KI 0,65–0,84; p<0,001; niedriges vs. hohes Einkommen: PR 0,66; 95%-KI 0,57–0,77; p<0,001). Schlussfolgerung: Gruppen mit niedriger/mittlerer sozioökonomischer Position zeigen eine niedrigere Prävalenz von wiederholten Antigenkontakten v.a. durch Impfung und sind dadurch wahrscheinlich schlechter vor schweren COVID-19-Verläufen geschützt. Die Ergebnisse weisen auf Potenziale zur Verbesserung des Impfschutzes in der Bevölkerung hin.
Themen: Bildung