Psychische Gesundheit: Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland wird kleiner

Nicht-referierte Aufsätze

Mattis Beckmannshagen, Daniel Graeber, Barbara Stacherl

In: DIW Wochenbericht 40/2023 (2023), 546-552

Abstract

Psychische Gesundheit gewinnt in der öffentlichen Diskussion zunehmend an Aufmerksamkeit. Im Vergleich zur körper lichen Gesundheit ist sie aber weiterhin weniger prominent. Wie steht es also um die psychische Gesundheit in Deutsch land? Der Wochenbericht zeigt, dass sich die durchschnittli che psychische Gesundheit in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert hat - ähnlich zur wirtschaftlichen Entwick lung. Mit der Finanzkrise 2009 und der CoronaPandemie ab 2020 büßte sie jedoch deutlich ein. Sie unterscheidet sich klar nach Geschlecht: Die psychische Gesundheit von Frauen liegt erheblich unter jener von Männern, näherte sich aber vor der Pandemie dem Level der Männer leicht an. Im Vergleich von Ost und Westdeutschland hingegen zeigte sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein Aufholtrend - relativ zu Westdeutschland verbesserte sich die psychische Gesund heit in Ostdeutschland stärker. Allerdings bleiben nach wie vor Unterschiede bestehen. Die Analysen zeigen, dass sich ökonomische Ungleichheiten häufig auch in der psychischen Gesundheit widerspiegeln. Der Aspekt psychischer Gesund heit sollte daher stärker in der politischen Entscheidungsfin dung berücksichtigt werden.

Themen: Persönlichkeit



Keywords: mental health; economic development; health inequality; health inequity; social inequality
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2023-40-1

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