Nicht-referierte Aufsätze
Judith Kaschowitz, Cornelia Müller, Dorothee Winkler
In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie (online first) (2025),
Vor dem Hintergrund der demografischen Alterung in Städten gewinnt die Betrachtung der Lebensbedingungen Älterer an Bedeutung. Mittels kommunalstatistischer Daten der Innerstädtischen Raumbeobachtung und Geodaten wird untersucht, wie viele Einrichtungen der Daseinsvorsorge es in Stadtteilen deutscher Großstädte gibt. Es stehen Stadtteile mit einem hohen Anteil von Personen ab 65 Jahren im Fokus, um Aussagen über die potenzielle Versorgung Älterer mit Infrastruktur zu treffen. Ergänzend dazu werden Befragungsdaten mit kommunalstatistischen Daten verschnitten. Damit kann die Selbsteinschätzung der Wegeentfernungen zu Einrichtungen der Daseinsvorsorge untersucht werden. Im Ergebnis zeigen sich kleinräumige Disparitäten, da signifikante Unterschiede zwischen alten und jungen Stadtteilen (relativ wenige 65-Jährige und Ältere) vorliegen. In alten Stadtteilen gibt es weniger Apotheken und Postfilialen. Die fußläufige Erreichbarkeit von Infrastruktur wird in alten Stadtteilen schlechter eingeschätzt als in jungen Stadtteilen. Insbesondere für hochaltrige und weniger mobile Personen, deren Aktionsradius sich auf das Wohnumfeld beschränkt, kann das problematisch sein. Schlussgefolgert werden kann, dass ein kleinräumiges kommunales Monitoring zentral ist, um Lücken in der Daseinsvorsorge zu erkennen. In weiteren Untersuchungen gilt es, die tatsächliche Nutzung von Infrastrukturen und die Diversität in der Gruppe der Älteren zu berücksichtigen.
Themen: Persönlichkeit
Keywords: Alterung, Befragungsdaten, Daseinsvorsorge, Sozialräumliche Unterschiede, Geodaten
DOI:
https://doi.org/10.1007/s00391-025-02424-6