Arbeitsplatzunsicherheit als Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen bei deutschen Erwerbstätigen: eine Kohortenstudie

Referierte Aufsätze Web of Science

Matthias Bethge, Friedrich M. Radoschewski, Werner Müller-Fahrnow

In: Das Gesundheitswesen 70 (2008), 07, 381-386

Abstract

Ziel der Studie: Die Studie untersucht den Zusammenhang von wahrgenommener Arbeitsplatzunsicherheit und selbst eingeschätzter Gesundheit für eine Kohorte deutscher Erwerbstätiger. Methodik: Die Datenbasis für die Untersuchung bildeten Erhebungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Die Analysen berücksichtigten Daten aus den Befragungen 2003, 2004 und 2006. Eingeschlossen wurden alle zum Befragungszeitpunkt 2003 erwerbstätigen Personen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren (n=9 272). Um den Einfluss von wahrgenommener Arbeitsplatzunsicherheit zum Erhebungszeitpunkt 2003 auf die selbst eingeschätzte Gesundheit in 2004 (n=8 709) und 2006 (n=7 773) zu analysieren, wurde ein ordinales Logit-Modell gerechnet. Ergebnisse: Personen mit hoher Arbeitsplatzunsicherheit hatten unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Bildung und beruflichem Status ein höheres Risiko ungünstigerer selbst eingeschätzter Gesundheit sowohl nach einem Jahr (OR=1,18; 95% KI: 1,06-1,31) als auch nach drei Jahren (OR=1,18; 95% KI: 1,05-1,32). Die Analysen konnten darüber hinaus eine Wechselwirkung zwischen beruflichem Status und Arbeitsplatzunsicherheit identifizieren. Hohe Arbeitsplatzunsicherheit war insbesondere für Personen mit geringem beruflichem Status ein gesundheitliches Risiko (2004: OR=1,37; 95% KI: 1,15-1,62; 2006: OR=1,31; 95% KI: 1,09-1,57). Schlussfolgerung: Die Studie belegt für eine Kohorte deutscher Erwerbstätiger, dass wahrgenommene Arbeitsplatzunsicherheit bei Personen mit geringem beruflichem Status das Risiko beeinträchtigter Gesundheit erhöht. Abstract Objective: This study investigates the relation of perceived job insecurity and self-rated health amongst German workers. Methodology: The database of the investigation was created from survey data of the Socio-economic Panel (SOEP). The analysis considered data from the surveys in 2003, 2004 and 2006. Included were all employed persons aged 30-60 years in 2003 (n=9 272). In order to analyse the impact of perceived job insecurity measured in 2003 on the self-rated health in 2004 (n=8 709) and 2006 (n=7 773) an ordinal logit-model was used. Results: Persons with high job insecurity had - after adjustment for age, gender, education and occupational status - a higher risk of adverse self-rated health both after one year (OR=1.18; 95% CI: 1.06-1.31) and three years (OR=1.18; 95% CI: 1.05-1.32). The analysis could also identify an interaction between occupational status and job insecurity. High job insecurity proved to be a health risk, particularly for persons with lower occupational status (2004: OR=1.37; 95% CI: 1.15-1.62; 2006: OR=1.31; 95% CI: 1.09-1.57). Conclusion: The study supports the proposal that, for a cohort of German workers, perceived job insecurity increases the risk of adverse health effects amongst workers with lower occupational status.



Keywords: job insecurity; health; epidemiology; cohort study; prospective study
DOI:
https://doi.org/10.1055/s-0028-1082078

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