Diskussionspapiere extern
Simon Fietze
Berlin:
DIW Berlin,
2011,
(SOEPpapers 388)
Die Arbeitszufriedenheitsforschung hat eine fast 100-jährige Geschichte und gehört – nicht nur in der Arbeits- und Organisationspsychologie – zu den am intensivsten untersuchten Gebieten. Die vielfältigen Arbeiten lassen sich grob in situative, dispositionelle und hybride Ansätze klassifizieren, je nachdem ob Arbeitsbedingungen, Persönlichkeitseigenschaften oder deren Interaktion als Determinanten betont werden. Bisher liegen wenige Studien vor, die alle Bestimmungsgrößen in einem gemeinsamen Modell betrachten. Darüber hinaus verzichten viele Studien auf einen theoretischen Bezugsrahmen, sowohl bei der Berücksichtigung von Persönlichkeitvariablen als auch um den Einfluss verschiedener Faktoren auf Zufriedenheitsäußerungen zu erklären. Der Beitrag untersucht auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) den Einfluss von Persönlichkeitseigenschaften und Arbeitsbedingungen sowie der Interaktion aus beiden Variablengruppen auf die Arbeitszufriedenheit. Hierzu werden auf das Fünf-Faktoren Modell (FFM) der Persönlichkeit (P. T. Costa und R. R. McCrae 1985; L. R. Goldberg 1981) und das Modell der beruflichen Gratifikationskrise (J. Siegrist et al. 1986) als theoretischer und konzeptioneller Bezugsrahmen zurückgegriffen. Anhand von OLS-Regression wird gezeigt, dass sowohl die Persönlichkeitsdisposition als auch (subjektive) Arbeitsbedingungen von Relevanz für die Arbeitszufriedenheit sind. Keine der Moderatorvariablen aus Arbeitssituation und Persönlichkeitseigenschaften leistet im Gesamtmodell eine signifikanten Erhöhung der Varianzaufklärung. Die höchste Erklärungskraft haben die Arbeitsbedingungen (Effort-Reward Imbalance und Autonomie). Vier der fünf Persönlichkeitseigenschaften zeigen hochsignifikante Wirkungen. Diese Befunde sprechen sowohl für einen situativen als auch einen dispositionellen Ansatz. Individuelle Arbeitsbedingungen (insb. eine geringe Effort-Reward Imbalance und hohe Autonomie) und Persönlichkeit (insb. emotionale Stabilitat) spielen eine entscheidende Rolle, um höhere Arbeitszufriedenheit zu erreichen.
Themen: Persönlichkeit, Arbeit und Beschäftigung
Keywords: job satisfaction, personality, Five-Factor Model, Big Five, Effort-Reward Imbalance
Externer Link:
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.376207.de/diw_sp0388.pdf