Schlecht entlohnt trotz Hochschulabschluss?

Weitere referierte Aufsätze

Thorsten Kalina

In: Arbeit 24 (2015), 3-4, 153-172

Abstract

Der Anteil der Akademiker/innen an den abhängig Beschäftigten in Deutschland ist seit Mitte der 1990er Jahre um 7 Prozentpunkte auf über 25 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Eine Hochschulausbildung bringt allerdings nicht immer eine gute Beschäftigungsperspektive mit sich. Rund jeder zehnte der 8,4 Millionen abhängig beschäftigten Akademiker/innen war 2014 unterhalb der Niedriglohnschwelle von 9,81 Euro tätig. Der folgende Beitrag untersucht auf Basis des Sozioökonomischen Panels Ursachen der Niedriglohnbeschäftigung von Akademiker/ innen. Zentrale Frage ist, ob sich ein erhöhtes Niedriglohnrisiko von Akademiker/ innen durch unterwertige Beschäftigung erklären lässt. Als überraschendes Ergebnis zeigt sich, dass fast ein Drittel der Akademiker/innen mit Niedriglohn bildungsadäquat beschäftigt ist. Eine Beschäftigung unterhalb des akademischen Niveaus erhöht das Niedriglohnrisiko weitaus geringer als erwartet.

The share of academics in dependent employment has increased by seven percentage points since the mid 1990s to more than 25 percent in 2014. However, an academic degree does not always guarantee good employment conditions. About one in ten of the 8.4 million academics in dependent employment was paid below the low-wage threshold of 9.81 Euro in 2014. The following article analyses risk factors for low pay of academics on the basis of the German Socioeconomic panel. The main question is if low-wage work of academics can be explained by a job-education mismatch (overschooling). A surprising result is that nearly one third of all academics with low wages is working in a position suited for academics. A position below the academic level has a lower importance for explaining low wages of academics than expected.



Keywords: Niedriglohnsektor, Beschäftigung von Akademiker/innen, unterwertige Beschäftigung
DOI:
https://doi.org/10.1515/arbeit-2016-0012

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