Referierte Aufsätze Web of Science
Cornelia Kristen, Julian Seuring, Petra Stanat
In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 22 (2019), 1, 143-167
Der Beitrag zielt darauf ab, herkunftssprachliche Kompetenzen in der Generationenfolge zu beschreiben und Bedingungen zu untersuchen, die ihren Erwerb und Erhalt begünstigen. Am Beispiel von Kindern und Jugendlichen, die selbst oder deren Eltern beziehungsweise Großeltern aus der Türkei oder der ehemaligen Sowjetunion stammen, werden herkunftssprachliche Kenntnisse in verschiedenen Etappen des Bildungsverlaufs betrachtet. Die empirische Studie beruht auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), das für die Klassenstufen 2, 7 und 9 Kompetenzmessungen in den Sprachen Türkisch und Russisch enthält. Die deskriptiven Ergebnisse verweisen auf eine abnehmende Bedeutung der Herkunftssprache in der Generationenfolge, wobei der Rückgang in der dritten Generation besonders deutlich ausfällt. Zur Erklärung von Unterschieden im Erwerb und Erhalt der Herkunftssprache wird ein Modell zu den Bedingungen des Spracherwerbs herangezogen, das von einem Zusammenspiel von Motivation, Effizienz und Exposure ausgeht. Die Ergebnisse der multivariaten Analysen verweisen auf die besondere Bedeutung der Verwendung der Herkunftssprache im Alltag: Diese Form der Exposure scheint für die Aneignung und den Fortbestand herkunftssprachlicher Kompetenz eine wichtige Rolle zu spielen.
Keywords: Herkunftssprachliche Kompetenz, Spracherhalt, Migration, Generationenstatus
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https://doi.org/10.1007/s11618-019-00883-3
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11618-019-00883-3