Referierte Aufsätze Web of Science
Ulrike Ehrlich, Lara Minkus, Moritz Heß
In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 53 (2020), 1, 22-28
Hintergrund: Vor dem Hintergrund der demografischen Alterung wird der Bedarf an professioneller und privater Pflege zukünftig steigen. Aus Gründen der Kostendämmung verlagern viele Wohlfahrtsstaaten Pflege in die Familie, sodass die Zahl Pflegender, die Pflegebedürftige zu Hause privat und unentgeltlich betreuen („familiäre Pflege“ im Folgenden), voraussichtlich zunehmen wird. Weiterhin ziehen viele Pflegebedürftige die familiäre Pflege der institutionellen vor. Bisher stellen die Folgen der familiären Pflege für die Arbeitsmarktsituation der Pflegenden im Allgemeinen und den individuellen Lohn im Speziellen jedoch weitestgehend ein Forschungsdesiderat dar. Fragestellung: In diesem Beitrag wird untersucht, ob, und wenn ja in welchem Ausmaß, sich familiäre Pflege auf die Löhne von Frauen und Männern auswirkt. Material und Methoden: Mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (2001–2017) wurden für Frauen und Männer getrennte Fixed-Effects-Regressionen geschätzt; dabei erfolgte die Kontrolle auf relevante Störfaktoren. Ergebnisse: Sowohl für Frauen (2,4 %) als auch für Männer (3 %) ergeben sich Lohneinbußen durch familiäre Pflegetätigkeiten. Schlussfolgerung: Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass erhebliche unerklärte pflegebedingte Lohneinbußen für Männer und Frauen, nach Kontrolle relevanter Merkmale, bestehen.
Background: Against the background of demographic aging, the need for professional and private care will increase in the future. To contain costs many welfare states rely on the family as care provider and, in addition, people in need of care often prefer being cared for at home. Thus, the number of people who provide care privately and without pay in the home environment (referred to as family care in this article) is likely to increase. So far, however, research on the impact of family care on the labor market situation of caregivers in general and their wages in particular remains scarce. Objective: This article examines whether and if so to what extent, family care affects the wages of women and men. Material and methods: Using data from the German Socio-Economic Panel (2001–2017), fixed effects regressions were estimated separately for women and men, while accounting for important confounders. Results: Both women (2.4%) and men (3%) suffer wage losses as a result of family care activities. Conclusion: The results indicate that care-related wage losses, net of relevant controls, exist.
Themen: Ungleichheit, Gender, Arbeit und Beschäftigung
Keywords: Familiäre Pflege; Arbeitsmarkt; Lohneinbuße; Soziale Ungleichheit; Fixed-Effects-Regressionen
DOI:
https://doi.org/10.1007/s00391-019-01666-5