The role of length of asylum procedure and legal status in the labour market integration of refugees in Germany

Referierte Aufsätze Web of Science

Yuliya Kosyakova, Hanna Brenzel

In: Soziale Welt 71 (2020), 1-2, 123-159

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht die Rolle der Asylverfahrensdauer und des rechtlichen Status im Integrationsprozess von kürzlich in Deutschland angekommenen Flüchtlingen. Insbesondere konzentrieren wir uns auf den Übergang in den ersten Deutschkurs und den Übergang in die erste Erwerbstätigkeit. Für unsere empirische Untersuchung stützen wir uns auf die neuesten Daten aus der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten und wenden Verweildauermodelle an. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Verfahrensdauer als auch der Rechtsstatus die Integrationsprozesse prägen. Erstens behindern langwierige Asylverfahren Investitionen in den Erwerb der deutschen Sprache und verzögern den Eintritt in den Arbeitsmarkt. Zweitens erhöht die Entscheidung über den Asylantrag (unabhängig vom Ergebnis) die Übergangsrate in die erste Erwerbstätigkeit und fördert den Einstieg in den ersten Sprachkurs. Vermutlich sind Rechtssicherheit und eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis (auch mit kurzfristiger Perspektive) für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Investition in den Spracherwerb im Gastland entscheidender. Über das Ergebnis und die Dauer des Asylverfahrens hinaus ist das Herkunftsland von Bedeutung: Flüchtlinge aus Ländern mit relativ hohen Aufenthaltsaussichten übergehen schneller in einen Sprachkurs, während Flüchtlinge mit schlechten Aufenthaltsaussichten schneller auf den Arbeitsmarkt drängen, eventuell um ihre Aussichten auf einen Aufenthalt in Deutschland zu verbessern. Die politischen Entscheidungsträger sollten dementsprechend effiziente Asylverfahren priorisieren, um rechtzeitige Rechtssicherheit zu schaffen und den Integrationsprozess der Flüchtlinge zu fördern.

This study examines the role of the length of the asylum procedure and legal status in the integration process among recently arrived refugees in Germany. In particular, we focus on the transition to the first German language course and the transition to first employment. For our empirical investigation, we rely on the newest data from the IAB-BAMF-SOEP-Refugee Sample and apply survival analyses techniques. The results show that both procedure length and legal status shape integration processes. First, lengthy asylum procedures impede investments in acquisition of the language of the host society and delay labour market entry. Second, having a decision on the asylum application (irrespective of the outcome)increases the transition rate to the first job and promotes entry into the first language course. Presumably, legal certainty and a corresponding residence permit (even with a shorter-term perspective) are more decisive for the take-up of employment or investment in host country language acquisition. Beyond the outcome and the length of the asylum procedure, the origin country matters: refugees arriving from countries whose citizens have rather high prospects of remaining are quicker to take up a language course, whereas refugees with poor staying prospects manage to enter the labour market promptly to eventually improve their prospects of staying in Germany. We conclude that policymakers should prioritize efficient asylum procedures to create timely legal certainty and to encourage refugees’ integration process.

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