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Ehrenamtliches Engagement: Soziale Gruppen insbesondere in sehr ländlichen Räumen unterschiedlich stark beteiligt

DIW Wochenbericht 35 / 2021, S. 571-579

Tuuli-Marja Kleiner, Luise Burkhardt

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Abstract

Politik und Teile der Wissenschaft schreiben dem ehrenamtlichen Engagement eine große Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Unterstützung von Demokratie und die Daseinsvorsorge zu, insbesondere in ländlichen Räumen. Über den Stand des ehrenamtlichen Engagements in den unterschiedlichen ländlichen Räumen ist bislang jedoch wenig bekannt. Für diesen Bericht wurde die am Thünen-Institut für Ländliche Räume entwickelte Raumtypologie mit den Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zusammengeführt. Das ehrenamtliche Engagement innerhalb der räumlichen Typen wurde hinsichtlich der Merkmale Geschlecht, Erwerbsstatus und Häufigkeit der Teilnahme an religiösen Veranstaltungen ausgewertet. Es zeigt sich, dass das Engagement in sehr ländlichen Regionen mit guter sozioökonomischer Lage am höchsten ist. Männer sind in den sehr ländlichen Regionen deutlich häufiger ehrenamtlich engagiert als Frauen. Auch die Erwerbstätigkeit spielt in den sehr ländlichen Regionen eine größere Rolle für das Engagement. Die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen ist in allen Regionen ein zuverlässiger Prädiktor für die Ausübung eines Ehrenamtes. Ehrenamtliches Engagement sollte gerade in den stark ländlich geprägten Räumen weiter gefördert und der Zugang für bisher weniger beteiligte Gruppen erleichtert werden.

Luise Burkhardt

Doktorandin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: C23;O18;R11
Keywords: volunteering, rural regions, unequal participation
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2021-35-1

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