Referierte Aufsätze Web of Science
Alex Maximilian Keller, Rahim Hajji
In: Prävention und Gesundheitsförderung 16 (2021), 4, 354-360
Hintergrund: Die Erfahrung von (Bürger‑)Krieg, von politischen, wirtschaftlichen sowie sozialen Krisen im Herkunftsland, das Erleben von Bedrohung, Ausbeutung auf der Flucht und die Wahrnehmung von Abwertung und Ablehnung im Aufnahmeland stellen Belastungserlebnisse dar, die die psychische Gesundheit von Geflüchteten beeinträchtigen können. Fragestellung: Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob das Gefühl „willkommen zu sein“ im Aufnahmeland Deutschland im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit der Geflüchteten steht und inwieweit die Lebenszufriedenheit als Mediator den Zusammenhang zwischen dem Gefühl „willkommen zu sein“ und der psychischen Gesundheit der Geflüchteten erklären kann. Methodik: Die Studie basiert auf der IAB-BAMF-SOEP-Befragung. Die Daten von 4321 Geflüchteten aus dem Erhebungsjahr 2018, welche in Deutschland zwischen Januar 2013 und Dezember 2016 einen Asylantrag gestellt haben, sind ausgewertet worden. Zur Beantwortung der Fragestellung ist eine Mediationsanalyse durchgeführt worden. Ergebnisse: Das Gefühl „willkommen zu sein“ wirkt sich indirekt über die Lebenszufriedenheit als Mediator auf die psychische Gesundheit der Geflüchteten aus. Schlussfolgerungen: Deutschland kann durch die Entwicklung der Willkommenskultur Einfluss auf das Gefühl „willkommen zu sein“ nehmen und damit die Lebenszufriedenheit der Geflüchteten fördern und in der Folge ihre psychische Gesundheit stärken.
Background: The experience of (civil) war, political, economic and social crises in the country of origin, the experience of threats, exploitation while fleeing and the perception of discrimination and rejection in the host country represent psychological stress experiences that can impair the mental health of refugees. Objective: The focus of the study is the question of whether the feeling of being “welcome” in the host country Germany is directly or indirectly related to the mental health of the refugees and to what extent life satisfaction as a mediator explains this association. Methodology: The study is based on the IAB-BAMF-SOEP survey. The data of 4321 refugees who applied for asylum in Germany between January 2013 and December 2016 from the survey year 2018 have been evaluated. A mediation analysis was carried out to answer the question. Results: The feeling of being “welcome” has an indirect effect on the mental health of the refugees through life satisfaction as a mediator. Conclusions: By developing a welcome culture, Germany can influence the feeling of being “welcome”, thus promoting life satisfaction for the refugees, and consequently strengthening their mental health.
Themen: Wohlbefinden, Migration, Gesundheit
Keywords: Psychische Gesundheit; Willkommenskultur; Lebenszufriedenheit; Flüchtlinge; Mediationsanalyse
Externer Link:
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s11553-021-00833-0.pdf
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11553-021-00833-0