Referierte Aufsätze Web of Science
Michael Kühhirt
In: Journal of Family Research 32 (2020), 2, 307-329
Übergewicht im Kindesalter ist ein zentraler Indikator für das Wohlbefinden von Kindern, der häufig mit der Beschäftigung von Müttern in Verbindung gebracht wurde, da diese sich potentiell auf die Ernährung und die körperliche Aktivität von Kindern auswirkt. Basierend auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels zu Kindern, die zwischen 2002 und 2011 geboren wurden, untersucht diese Studie, wie sich die Beschäftigung von Müttern in den ersten 60 Monaten nach der Geburt auf Übergewicht von Kindern um das sechste Lebensjahr auswirkt. Der Beitrag zur Literatur besteht in der Erfassung des gesamten Beschäftigungsverlaufs von Müttern anstelle einer Erfassung des Erwerbsstatus zu einen bestimmten Zeitpunkt und in der Darstellung der analytischen Herausforderungen, denen Studien zu den Auswirkungen dynamischer Einflussfaktoren wie der mütterlichen Erwerbstätigkeit gegenüberstehen. Insbesondere werden die Bedeutung und adäquate Kontrolle zeitveränderlicher konfundierender Variablen diskutiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder von Müttern mit sehr unterschiedlichen Beschäftigungsverläufen, die sich jedoch in Bezug auf Hintergrundmerkmale wie Bildung, Haushaltseinkommen und Familienstruktur ähneln, nur geringfügige und statistisch nicht signifikante Unterschiede im Risiko für Übergewicht um das sechste Lebensjahr aufweisen. Lediglich ein späterer Übergang von der Nichtbeschäftigung zur Teilzeitbeschäftigung ist im Vergleich zu durchgängiger Nichterwerbstätigkeit mit einem geringeren Risiko von Übergewicht verbunden.
Overweight and obesity in childhood are key indicators of child well-being that have often been linked with maternal employment because of its potential impact on children’s diet and physical activity. Based on data from the German Socio-Economic Panel on children born between 2002 and 2011 and their families this study investigates how maternal employment across the first 60 months after birth affects child overweight around age 6. The analysis contributes to the existing literature by using measures that capture mothers’ entire employment history instead of employment status at a particular point in time and by highlighting the analytical challenges that face studies of the effects of dynamic exposures such as maternal employment, particularly measurement of exposure histories and time-varying confounding. Overall, the results indicate that children who have experienced very different maternal employment sequences but are similar with regard to background characteristics such as maternal education, household income, and family structure show only minor and statistically insignificant disparities in the risk of overweight around age six. Only a later transition from nonemployment to part-time employment may lower the risk of overweight around age six compared to consistent nonemployment.
Themen: Ungleichheit, Gesundheit, Familie, Arbeit und Beschäftigung
Keywords: maternal employment, childhood overweight, Germany, dynamic exposure, sequence analysis
Externer Link:
https://ubp.uni-bamberg.de/jfr/index.php/jfr/article/download/366/239/
DOI:
https://doi.org/10.20377/jfr-366