Aufsätze in Sammelwerken 2020
Constantin Wiegel, Agnes Bergmann
In:
Stephanie Stadelbacher, Werner Schneider ,
Lebenswirklichkeiten des Alter(n)s: Vielfalt, Heterogenität, Ungleichheit
Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden
27-54
Der Beitrag gibt einen Überblick über die Sichtweisen auf Alter und Gesundheit sowie deren Zusammenspiel im gesellschaftlichen Kontext. Aus medizinisch-biologischer Sicht ist Altern ein zellbiologischer und genetischer Prozess, während die sozialwissenschaftliche Perspektive das subjektive Erleben von Alterungsprozessen sowie die Einstellungen zum Älterwerden hervorhebt. Auch Gesundheit ist ein wesentlich komplexerer Zustand als das Nichtvorhandensein von Krankheiten. Gesundheit wird subjektiv erlebt und unterliegt einem subjektiven Bewertungsprozess. Eine gute Gesundheit korreliert zwar mit einer höheren Lebenszufriedenheit, jedoch ist nicht jede (chronisch) erkrankte Person gleich unglücklich. Insofern sind Befunde plausibel, dass mit höherem Alter die Zufriedenheit mit der eigenen Gesundheit sinkt, die Lebenszufriedenheit zwischen Altersgruppen jedoch relativ stabil bleibt. Dies legt nahe, dass Alter und Gesundheit in gesellschaftlichen Kontexten betrachtet werden sollte. Im nachfolgenden Beitrag wird die Abhängigkeit der Gesundheit von Älteren (65 bis 79 Jahren) und Hochbetagten (ab 80 Jahren) in Relation zum sozioökonomischen Status diskutiert. So leben wohlhabende Personen nicht nur länger und haben mehr „gesunde Lebensjahre“ im Alter, sondern haben häufig bereits in früheren Lebensabschnitten von ihrer guten sozioökonomischen Lage profitiert. Der Argumentation folgend ist gesundheitliche Ungleichheit im Alter eine Folge derselben Selektionsmechanismen, die gesellschaftliche (vertikale) Ungleichheiten hervorbringen.
Themen: Wohlbefinden, Verteilung, Ungleichheit, Gesundheit
Keywords: Alter; Gesundheit; Subjektive Gesundheit; Lebenszufriedenheit; Soziale Ungleichheit; Gesundheitliche Ungleichheit
DOI:
https://doi.org/10.1007/978-3-658-29073-3_2