The Labor Market, Inequality, and Health: Four Empirical Essays

Externe Monographien

Mattis Beckmannshagen

2022,

Abstract

Die vorliegende Dissertation besteht aus vier Kapiteln, die Beiträge zu den Gebieten der Arbeitsmarktökonomie, der Ungleichheitsforschung und der Gesundheitsökonomie liefern. Das erste Kapitel untersucht die den Zusammenhang zwischen der räumlichen Verteilung von Arbeitsmarktkontrollen und Verstößen gegen den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Dazu kombiniert es neue administrative Daten zu Arbeitsmarktkontrollen mit Daten des Sozioökonomischen Panels. Es wird gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Arbeitsmarktkontrolle in Regionen mit mehr Mindestlohnverstößen höher ist. Dies lässt auf eine risikobasierte Allokation der Arbeitsmarktkontrollen schließen und impliziert, dass der Zusammenhang zwischen Mindestlohnverstößen und Arbeitsmarktkontrollen endogen ist. Basierend auf einer Fixed-Effects Schätzung sowie einer Schätzung mit Instrumentenvariable zeigen wir, dass eine höhere Kontrolldichte nur wenig Einfluss auf die Einhaltung des Mindestlohns hat. Darauf aufbauend diskutieren wir die politische Bedeutung sowie die Herausforderungen der Durchsetzung des Mindestlohngesetzes unter Einbezug theoretischer Modelle sowie internationaler empirischer Evidenz. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Ungleichheit in Monatseinkommen in Deutschland und beleuchtet dabei die Rolle von gewünschten und tatsächlichen Arbeitszeiten. Wir zeigen, dass sich die Ungleichheit in Monatseinkommen zwischen 1993 und 2018 signifikant erhöht hat. Die Hauptfaktoren hierfür waren ein Anstieg in der Ungleichheit von Arbeitszeiten sowie ein Anstieg in der Kovarianz zwischen Arbeitszeiten und Stundenlöhnen. Dagegen haben Veränderungen in der Verteilung von Stundenlöhnen nur eine geringfügige Rolle gespielt. Wir entwickeln eine neue Doppel-Dekompositionsmethode, mittels derer wir zeigen können, dass diese Ungleichheitstrends besonders ausgeprägt bei weiblichen Beschäftigten sowie Beschäftigten im Dienstleistungssektor sind. Wären die Beschäftigten dagegen in der Lage gewesen ihre gewünschten Arbeitszeiten zu realisieren, wäre der Anstieg der Ungleichheit nur etwa halb so groß gewesen. Dies liegt daran, dass Beschäftigte mit geringen Stundenlöhnen häufig weniger arbeiten als sie gerne würden. Dieser Trend nimmt im Verlauf der Zeit zu – auch nach Einbezug diverser Kontrollvariablen. Das dritte Kapitel untersucht die Arbeitsmarkteffekte von transitorischen und persistenten Gesundheitsschocks. Mittels eines auf maschinellem Lernen basierenden Algorithmus leiten wir neue Indikatoren für Gesundheitsschocks her: einen für transitorische Schocks, und einem für persistente Schocks. Diese Indikatoren helfen dabei, bei der Definition von Gesundheitsschocks übliche Probleme wie Messfehler und unbeobachtete Heterogenität zu überwinden. Im Rahmen einer Event-Study Methode analysieren wir die Effekte beider Schocktypen auf die Beschäftigung, die geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr, auf Bruttoeinkommen der erkrankten Person sowie des Partners oder der Partnerin und auf Haushaltsnettoeinkommen. Persistente Gesundheitsschocks haben große negative Effekte auf die Beschäftigung der betroffenen Personen, die sich auch in reduzierten Haushaltsnettoeinkommen widerspiegeln. Transitorische Schocks haben dagegen nur kleine Beschäftigungseffekte und wirken sich nicht signifikant auf Haushaltsnettoeinkommen aus. Heterogenitätsanalysen zeigen, dass über 50-jährige Beschäftigte besonders stark betroffen sind. Bei dieser Gruppe führt ein persistenter Gesundheitsschock zu einer Reduzierung der Beschäftigungsquote um 25 Prozentpunkte. Das vierte Kapitel analysiert die Effekte von Routinetätigkeiten im Beruf auf die mentale und physische Gesundheit von Beschäftigten vor dem Hintergrund, dass durch technologischen Fortschritt und immer mehr Routinetätigkeiten automatisiert und somit ersetzt werden. Dazu kombiniere ich Daten zum Gesundheitszustand von Beschäftigten mit Daten zu Tätigkeitsprofilen von Berufen. Unter Anwendung einer Instrumentenvariablenschätzung, zeigt sich, dass die Routineintensität ihrer Berufe unterschiedliche Auswirkung auf die Gesundheit von Männern und Frauen hat. Bei Frauen sind Routinetätigkeiten häufiger kognitive Routinetätigkeiten, die sich negativ auf die mentale Gesundheit auswirken. Dagegen sind Routinetätigkeiten bei Männern häufig manuelle Routinetätigkeiten, die sich negativ auf die physische, aber positiv auf die mentale Gesundheit auswirken. Betracht man alle Erwerbstätigen gemeinsam, gleichen sich die Effekte auf die mentale Gesundheit aus, während ein signifikanter negativer Effekt der Routineintensität von Berufen auf die physische Gesundheit bestehen bleibt.

This dissertation comprises four empirical chapters which contribute to the fields of labor economics, inequality research, and health economics. The first chapter studies the relationship between the spatial distribution of labor market inspections and non-compliance with Germany’s Minimum Wage Law. By combining novel administrative data on labor market inspections with the German Socio-economic Panel (SOEP), we document that the inspection probability is higher in regions with higher non-compliance. This implies a risk-based allocation of inspection efforts and, hence, their endogeneity. Using fixed-effects and an instrumental variable approach, we show that higher inspection efforts have a limited effect on compliance. Based on a theoretical framework and international evidence, we discuss challenges for law enforcement, the political importance of compliance, and potential improvement measures. The second chapter focuses on inequality in monthly earnings in Germany and the role of desired and actual working hours. We document a significant rise in monthly earnings inequality between 1993 and 2018. The main contributors are inter-temporal increases in working hours inequality and increases in the covariance between working hours and hourly wages, while changes in the distribution of hourly wages play a minor role. We develop a novel double decomposition technique which reveals that these results are particularly pronounced in the growing groups of female employees and service sector employees. If employees had been able to realize their desired optimal working hours, the increase in inequality would have been more moderate. This is mainly because employees with low hourly wages work less than desired, a finding that is reinforced over time—even after controlling for various covariates. The third chapter investigates the labor market effects of transitory and persistent health shocks. Using machine learning based on sick days and hospitalizations, we derive two novel health shock indicators: one for transitory and one for persistent shocks. By using these new indicators, we overcome issues in the measurement of health, such as heterogeneity and measurement error. In an event study framework, we analyze the respective effects of either shock type on employment, yearly working hours, and labor earnings, but also partner earnings and household net income. Persistent shocks induce large negative employment effects that end up impacting household net incomes. In contrast, transitory shocks induce only minor employment effects that leave household net incomes unaffected. We also investigate effect heterogeneity and find that individuals over 50 years of age are particularly affected by health shocks. Accordingly, persistent health shocks reduce employment of individuals above 50 by 25 percentage points. The fourth chapter analyzes the effect of occupational routine task intensity on workers’ mental and physical health in the context of technological progress and automation driving the deroutinization of job tasks. By combining individual-level health information of German employees with data on occupational task profiles and applying an instrumental variable strategy, I find that male and female workers are oppositely affected by occupational routine task intensity. For women, routine tasks are more likely cognitive routine tasks that negatively affect mental health. For men, routine tasks are more likely manual routine tasks that negatively affect physical health, but have a positive effect on mental health. When considering the overall workforce, the effects on mental health balance out, but a significant negative effect of routine task intensity on physical health remains.

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