Konjunkturprognosen

Das DIW Konjunkturbarometer wird monatlich veröffentlicht und stellt einen Indikator dar, welcher auf der aktuellen Konjunkturtendenz in Deutschland basiert. Es zeigt die Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts und stellt damit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dar. Zusätzlich veröffentlicht das DIW Berlin jedes Quartal aktuelle Konjunkturprognosen für das jeweils laufende und folgende Jahr, die Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Wintergrundlinien.

Aktuelle Konjunkturprognosen und Konjunkturbarometer

Pressemitteilung

DIW Konjunkturbarometer Juni: Lockdown-Tief durchschritten

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten. Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei ...

30.06.2020
Pressemitteilung

Deutsche Wirtschaft erholt sich nur langsam von Corona-Schock – Zeit für mehr Zukunftsinvestitionen ist jetzt

Konjunkturprognose des DIW Berlin: Wahrscheinlichstes Szenario ist eine nur allmähliche Erholung – Wirtschaftsleistung in Deutschland bricht in diesem Jahr drastisch um mehr als neun Prozent ein – Einkommensverluste und Verunsicherung lasten schwer auf Unternehmen und privaten Haushalten – Konjunkturprogramm der Bundesregierung gibt kurzfristige Impulse – DIW Berlin schlägt ...

11.06.2020
Pressemitteilung

DIW Konjunkturbarometer Mai: Drastischer Einbruch im zweiten Quartal

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) fällt im Mai auf einen neuen Tiefststand von 20 Punkten. Im April hatte der Wert für das zweite Quartal immerhin noch bei knapp 37 Punkten gelegen. Angesichts der bis in den Mai verordneten Lockdown-Maßnahmen dürfte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um mehr als zehn Prozent gegenüber ...

27.05.2020

DIW Konjunkturbarometer

29. Juli 2020

27. August 2020

30. September 2020

28. Oktober 2020

26. November 2020

21. Dezember 2020

Das DIW-Konjunkturbarometer ist ein Index, der konstruiert wurde, um die aktuelle konjunkturelle Lage und Tendenz abzubilden. Der Indexwert berechnet sich aus einer Vielzahl an Datenreihen auf monatlicher Basis (siehe auch: Wie berechnet sich das DIW-Konjunkturbarometer?). Es dient u.a. dazu, einen aktuellen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung zu geben, da zu diesem Zeitpunkt noch keine offiziellen Daten des Statistischen Bundesamtes vorliegen und mithin mehrere Monate später erst veröffentlicht werden. Im Ergebnis wird eine Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Dynamik im jeweiligen Quartal zu einem weitaus früheren Zeitpunkt möglich. Das DIW-Konjunkturbarometer wird monatlich zu festgelegten Daten aktualisiert und veröffentlicht.

Das DIW-Konjunkturbarometer ist ein Index, der auf der Basis von mehreren hundert Variablen auf monatlicher Basis errechnet wird. Dabei fließen insgesamt 311 Variablen aus den Bereichen Industrie & Produktion (134 Reihen), Dienstleistungen (141 Reihen), Arbeitsmarkt (31 Reihen) und den Aktienmärkten (5 Reihen) ein. Für sich genommen sind die Fülle an Informationen und die teils gegenläufigen Signale aus allen 311 Reihen kaum zu interpretieren. Um zu einer Einschätzung zu gelangen müsste man die vergangenen und aktuellen Entwicklungen der einzelnen Reihen gegeneinander abwägen, um zu einem Schluss über die Gesamtlage zu kommen. Hierzu bedarf es u.a. einer sorgfältigen Gewichtung der einzelnen Reihen. Während dies im Einzelfall einfach sein kann, da es plausibel scheint, dass bspw. Umfragewerte zum Geschäftsklima in der Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwarenindustrie weniger Aussagekraft für die deutsche Konjunktur haben als die Auftragseingänge in der Gesamtindustrie in Deutschland, kann es aber auch schwerfallen, bspw. wenn ein Rückgang in den Auftragseingängen der Industrie einer Aufhellung des ifo-Geschäftsklimaindex gegenübersteht. Eben diese Gewichtung der einzelnen Reihen nimmt das DIW-Konjunkturbarometer vor. Es bedient sich hierzu einer statistischen Methode zur Dimensionsreduktion: der Hauptkomponenten- oder Faktoranalyse. Dabei werden zunächst aus den vier Bereichen -- Industrie & Produktion, Dienstleistungsgewerbe, Arbeits- und Aktienmarkt -- unabhängige Subindizes gebildet. Diese Subindizes sind gewichtete Summen der Werte der Reihen innerhalb eines Bereichs. Die Gewichtung der Reihen ist so gewählt, dass der resultierende Index den geringsten mittleren quadratischen Abstand zu allen Reihen des jeweiligen Bereichs hat. Diese Subindizes erlauben es den Stand der beispielsweise 134 Reihen im Bereich Industrie & Produktion durch eine weitaus kleinere Zahl an Indizes zu repräsentieren. Nachdem die Subindizes gebildet wurden, wird das letztliche DIW-Konjunkturbarometer aus den Subindizes aller Bereiche gewonnen. Es ist damit eine gewichtete Summe der Subindizes, wobei die Gewichtung der Subindizes erneut so gewählt ist dass das Barometer sich möglichst nah die jeweiligen Subindizes schmiegt. Weitere Details zur Erstellung des Konjunkturbarometers finden Sie im zugehörigen DIW Diskussionspapier (Viefers et al., 2014).

Der mittlere Wert des DIW-Konjunkturbarometers ist 100. Es ist der neutrale Wert des Barometers und zeigt eine durchschnittliche konjunkturelle Lage an. Sukzessive höhere Werte des Barometers über 100 bedeuten eine zunehmend überdurchschnittliche Konjunkturlage, während niedrigere Werte des Barometers unter 100 auf eine zunehmend unterdurchschnittliche Konjunkturlage hindeuten. Die Werte des Barometers dienen daher vornehmlich dazu, die Konjunkturlage über die Zeit hinweg zu vergleichen. Das Barometer hat keine absolute Skala und ist nicht exakt an eine Größe wie das Bruttoinlandsprodukt gekoppelt ist. Die gefärbten Balken in der Abbildung des Barometers zeigen die Beiträge der jeweiligen Sektoren. Sie basieren auf den Subindizes der einzelnen Sektoren und deren Gewichtung im Barometer. Negative Werte deuten darauf hin, dass die durchschnittliche Lage des Sektors unterdurchschnittlich ist und negativ auf das Barometer wirkt, während positive Werte der Beiträge auf eine überdurchschnittliche Lage hindeuten und das Barometer steigen lassen.

Das DIW Konjunkturbarometer folgt der Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes über die Zeit relativ stark (siehe Abbildung 1).

Das Streudiagramm in Abbildung 2 zusammen mit der eingezeichneten Regressiongeraden (blaue Linie) verdeutlicht den Zusammenhang zwischen den Wachstumsraten und den entsprechenden Werten des Barometers. Der statistische Zusammenhang gemessen am Korrelationskoeffizienten ist mit 0.74 hoch.

Abbildung 1: Zeitlicher Verlauf von BIP und DIW Konjunkturbarometer
Copyright: DIW Berlin

Abbildung 2: Streudiagramm
Copyright: DIW Berlin

Dies kann zwei Gründe haben. Erstens revidieren die statistischen Ämter und weitere Quellen ihre Daten über die Zeit. Dies führt auch innerhalb des Barometers zu Veränderungen durch die Revision der Reihen. Zweitens wird das Barometer mindestens einmal jährlich neu kalibriert, d.h. die Gewichtung der Reihen wird mindestens einmal jährlich auf Basis der verfügbaren Daten neu bestimmt. Wir bieten für historische Vergleiche die Daten aus dem Konjunkturbarometer (Barometerwerte und Beitrage aus den Sektoren) auf Basis der unrevidierten Daten zu jedem Zeitpunkt auf Anfrage an.

In den Grundlinien veröffentlicht die Abteilung Konjunkturpolitik vierteljährlich die aktuelle Konjunkturprognose des DIW Berlin. Das im DIW Wochenbericht erscheinende Gutachten präsentiert eine detaillierte Analyse und Prognose der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Welt sowie eine Diskussion wirtschaftspolitischer Handlungsoptionen. Darüber hinaus enthält der Bericht tabellarisches Material, etwa zur historischen und zukünftigen Entwicklung der wichtigsten Verwendungs- und Entstehungskomponenten des deutschen Bruttoinlandsprodukts, der Arbeitsmarktentwicklung oder der Entwicklung der öffentlichen Finanzen. Die Grundlinien prägen die Außenwahrnehmung des DIW Berlin in hohem Maße und stellen das wichtigste Kommunikationsinstrument im konjunkturpolitischen Kontext dar.

Kontakt

Simon Junker

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik