Mittelschicht in Deutschland schrumpft: Immer weniger Durchschnittsverdiener und klassische Familien

Pressemitteilung vom 5. März 2008

Die Mittelschicht ist in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2006 um rund fünf Millionen Personen geschrumpft. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin auf der Grundlage des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). "Das Schrumpfen der mittleren Einkommensschicht geht mit einem Rückgang der klassischen Familienhaushalte einher", sagte DIW-Forscher Markus Grabka. Entsprechend gestiegen ist der Anteil der Haushalte mit niedrigen und hohen Einkommen. Dabei sind aus der Mittelschicht mehr Haushalte abgestiegen als aufgestiegen.
Der Anteil der Bezieher mittlerer Einkommen in der gesamten Bevölkerung ging von 62 Prozent im Jahr 2000 auf 54 Prozent im Jahr 2006 zurück. "Diesen Trend haben wir bei unseren Untersuchungen der Haushaltseinkommen vorher nicht beobachtet, sagte Markus Grabka. "In den 80er Jahren gehörten in Westdeutschland rund zwei Drittel der Bevölkerung zur mittleren Einkommensschicht. Auch im ersten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung blieb die Mittelschicht weitgehend stabil." Während die Mittelschicht schrumpfte, verfestigten sich die Schichten an den Rändern der Einkommensverteilung. Die unterste Einkommensschicht wuchs seit 2000 um knapp sieben Prozent und betrug im Jahr 2006 über ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Der obere Einkommensbereich wuchs um zwei Prozent und lag im Jahr 2006 bei über einem Fünftel der Bevölkerung. Dieser Zuwachs ging ausschließlich auf die Gruppe mit dem höchsten Einkommen zurück. Schrumpfende Mittelschicht: Anzeichen einer dauerhaften Polarisierung der verfügbaren Einkommen? Von Markus M. Grabka und Joachim R. Frick. In: Wochenbericht 10/2008

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