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9. August 2012

SOEP Brown Bag Seminar

SOEP Brown Bag Seminar: Nonresponse in Online-Befragungen. Zur Nutzung von prozessproduzierten Daten für die Bewertung und Verbesserung der Datenqualität
Nonresponse in Online-Befragungen. Zur Nutzung von prozessproduzierten Daten für die Bewertung und Verbesserung der Datenqualität

Termin

9. August 2012
12:30-13:30

Ort

Eleanor-Dulles-Raum
DIW Berlin im Quartier 110
Room 5.2.010
Mohrenstraße 58
10117 Berlin

Sprecher*innen

Doreen Zillmann und Andreas Schmitz (Universität Bamberg)

Der Großteil der Daten, die für sozialwissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden, stammt aus Befragungen. Schon seit mehreren Jahren haben Online-Befragungen gegenüber telefonischen und persönlichen Befragungen einen enormen Aufschwung erlebt. Üblicherweise sind bei Befragungen Ausschöpfungsquoten von 100 Prozent nicht zu erreichen. Die Ausschöpfungsquoten von Online-Befragungen liegen in der Regel deutlich unter denen von telefonischen und postalischen Umfragen und erreichen Ausschöpfungsquoten zwischen 10 und 30 Prozent. Für Forscher, die für ihre inhaltlichen Fragestellungen auf diese Daten zurückgreifen, stellt sich die Frage, inwiefern auf dieser Datengrundlage valide Aussagen über die interessierende Grundgesamtheit getroffen werden können. Für die Abschätzung einer Stichprobenverzerrung aufgrund von Unit-Nonresponse ist die Ausschöpfungsquote, die oft als einziger Indikator zur Verfügung steht, nicht hinreichend. Hierfür werden möglichst breite Informationen über Teilnehmer und Nichtteilnehmer der Befragung benötigt. Im Unterschied zu klassischen Offlinebefragungen, bietet das Internet durch das Anfallen von prozessproduzierten Daten einen reichhaltigen Datenfundus, der für Zwecke zur Bewertung und Verbesserung der Datenqualität gewinnbringend genutzt werden kann.
Anhand von Daten aus einer Online-Umfrage, die auf einer Online-Kontaktbörse erhoben wurde und die eine Ausschöpfung von 10 Prozent erreicht hat, zeigen wir das Potenzial der zusätzlich anfallenden prozessproduzierten Daten für eine Nonresponse-Analyse. Unsere Nonresponse-Analyse zeigt zum Teil deutliche Gruppenunterschiede im Teilnahmeverhalten. Die Analyse zeigt zudem, dass die Salienz des Befragungsthemas einen starken Einfluss auf die Teilnahmebereitschaft hat. Anhand eines inhaltlichen Analysebeispiels verdeutlichen wir dann, wie die Ergebnisse der Nonresponse-Analyse zur statistischen Korrektur einer aufgedeckten Stichprobenverzerrung eingesetzt werden können.
Aus der Analyse schlussfolgern wir, dass in der Konzeption von Online-Umfragen verstärkt ausgelotet werden sollte, inwiefern prozessproduzierte Daten, die im Kontext vieler Internetanwendungen per se anfallen, für eine Nonresponse-Analyse nutzbar gemacht werden können.

Kontakt

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