DIW Wochenbericht 13 / 1994, S. 184-191
Fritz Franzmeyer
ln den Industrieländern veränderte sich im Zeitraum 1980 bis 1991 die Struktur von Produktion und Beschäftigung zu Lasten von Landwirtschaft und Bergbau hin zu mehr Dienstleistungsaktivitäten. Der jeweilige Stellenwert des tertiären Sektors wird aber auch stark vom überkommenen Aktivitätsniveau des Staates und anderer dem internationalen Wettbewerb entzogener Tertiärbereiche, jeweils gemessen an den dort erzielten Einkommen, bestimmt. Dahinter stehen nicht zuletzt unterschiedliche Gesellschaftsmodelle. Beim sekundären Sektor, also vor allem dem verarbeitenden Gewerbe, haben Japan und Deutschland mit nach wie vor hohen Anteilen eine Sonderstellung. Gestützt auf hohe Produktivität nahm der sekundäre Produktionsanteil in Japan bis 1991 real sogar deutlich zu, während er sich in Deutschland dem Niveau der übrigen untersuchten Länder annäherte. Die im intersektoralen Vergleich nur durchschnittliche Produktivität des sekundären Sektors in Deutschland ist zum Teil Reflex der relativ hohen Einkommensproduktivität im tertiären Sektor. In anderen Ländern sind die Verhältnisse umgekehrt.
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