DIW Wochenbericht 9 / 1981, S. 102-107
Dietmar Edler, Jörg-Peter Weiß
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Die außenwirtschaftliche Verflechtung der Bundesrepublik Deutschfand hat in den sechziger und siebziger Jahren ständig zugenommen. Solange die Handelsbilanz große Überschüsse erbrachte, standen die Exporterfolge der deutschen Wirtschaft im Mittelpunkt des Interesses. Erst als sich mit der drastisch erhöhten Ölrechnung der Exportüberschuß zurückbildete und schließlich nicht mehr ausreichte, die Defizite der Dienstleistungs- und Übertragungsbilanz wettzumachen, rückten die Importe in der Diskussion mehr in den Vordergrund. In diesem Bericht wird die Einfuhrentwicklung im Vergleich zur Produktionsentwicklung analysiert, wobei sowohl die Güterstruktur als auch die Verwendung der Einfuhr im Wirtschaftsprozeß berücksichtigt wird. Der Zeitraum der Analyse umfaßt die Jahre 1962 bis 1977; aktuellere Produktionswerte für die Zweige des verarbeitenden Gewerbes sind noch nicht verfügbar. Bei deutlich verringerter wirtschaftlicher Dynamik hat in den siebziger Jahren auch das Wachstum der Einfuhr abgenommen. Dennoch sind die Einfuhren real schneller gestiegen als das gesamte Güteraufkommen (Bruttoproduktion zuzüglich Einfuhr), so daß die Importquote weiter zunahm. Stark expandiert hat die Einfuhr von Erzeugnissen des verarbeitenden Gewerbes, und zwar insbesondere die Einfuhr von Investitions- und Verbrauchsgütern. Dies schlug sich in einer kräftigen Steigerung des Anteils importierter Güter am privaten Verbrauch und an den Ausrüstungsinvestitionen nieder. Auch der Anteil der Vorleistungsimporte hat sich im Verbrauchsgüter und im Investitionsgüter produzierenden Gewerbe deutlich erhöht. Diese Entwicklung ist Ausdruck einer Intensivierung des Wettbewerbs; sie bedeutet auch, daß vergrößerte Substitutionsspielräume genutzt wurden, die ein stärker diversifiziertes Warenangebot bietet.
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