DIW Wochenbericht 14 / 1976, S. 132-137
Jochen Bethkenhagen
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Die kräftige Aufwärtsentwicklung des Osthandels1 der Bundesrepublik hat sich im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt. Die nominalen Steigerungsraten (Ausfuhr: + 9 vH; Einfuhr: + 2 vH) lagen 1975 erheblich unter den Zuwächsen der vorangegangenen drei Jahre (Jahresdurchschnitt 1972/74: + 40 bzw. 21 vH). Insgesamt hat der Osthandel aber immer noch schneller expandiert als der gesamte Außenhandel der Bundesrepublik (Export: - 4 vH; Import: + 3 vH). Dabei ist das kumulierte Handelsbilanzdefizit der RGW·Länder (von 1965 an gerechnet) weiter - von 16 auf 24 Mrd. DM - gestiegen; allein die Sowjetunion erhöhte ihr Defizit um 3,7 Mrd. DM. Angesichts der wachsenden Handelsbilanzüberschüsse der Bundesrepublik wird die künftige Entwicklung des Warenaustausches mit den RGW·Ländern wieder stärker von den lmportsteigerungen bestimmt. Mittelfristig ist daher mit einer langsameren Expansion des Osthandels zu rechnen.
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