Berliner Ausgaben für Wissenschaft und Forschung schaffen zusätzliche Nachfrage

Pressemitteilung vom 26. September 2001

Jede vom Berliner Senat ausgegebene Mark für die Wissenschaft und Forschung schafft in Berlin eine dreimal so hohe Nachfrage. Das DIW Berlin zeigt in seinem aktuellen Wochenbericht 39/2001, dass die Ausgaben der vom Berliner Senat geförderten Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen im vergangenen Jahr eine regionale Nachfrage von 6,8 Mrd. DM erzeugten; das entsprach 4,4 % des Bruttoinlands-produkts von Berlin. Dem standen rund 2,2 Mrd. DM an Ausgaben der Stadt für die wissenschaftlichen Einrichtungen gegenüber.
Das DIW Berlin untersuchte zunächst die Einnahmen- und Ausgabenstruktur der Universitäten und außeruniversitären Forschungs-einrichtungen in Berlin. Während die Hochschulen in Berlin sich im Jahr 2000 zu drei Vierteln durch Zuwendungen des Landes Berlin finanzierten (1,95 Mrd. DM), war dieser Anteil bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen deutlich geringer (280 Mill. DM). Eine Mark vom Berliner Senat wurde hier vom Bund um zwei Mark aufgestockt. Rechnet man die eingeworbenen Drittmittel sowie die Einnahmen aus sonstigen Quellen hinzu, so kamen insgesamt rund 3,60 DM auf eine Mark des Berliner Senats.
Durch diese Ausgaben wird in Berlin eine zusätzliche Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen angeregt. Das DIW Berlin hat diese positiven Effekte untersucht. Jede Berliner Mark, die an die außeruniversitären Forschungsinstitute geht, schafft insgesamt das 3,8fache an regionaler Nachfrage. Bei den Hochschulen ist es das 2,9fache. Dabei stoßen allein die Ausgaben der Studenten in Berlin eine Gesamtnachfrage von gut zwei Mrd. DM an.
In seiner Studie betont das DIW Berlin, dass die Analyse der kreislaufwirtschaftlichen Wirkungen von Einnahme- und Ausgabeströmen zu kurz greift, um die Bedeutung der Wissenschaft und Forschung für Berlin zu erfassen. Diese bilden ein Potential, das Voraussetzung für die Entwicklung Berlins hin zu einer höherwertigen wissensintensiven Dienstleistungsmetropole ist. Dieses Potential ist umso wertvoller, als die wissenschaftlichen Einrichtungen bei der Evaluierung durch den Wissenschaftsrat gute bis exzellente Testate bekommen haben.