Elisabeth Liebau, DIW Berlin
Matthias Schonlau, Rand Corporation and DIW Berlin
Abstract
Respondent driven sampling (RDS) ist ein Verfahren zur Stichprobenziehung bei Befragungen, das typischerweise für schwer erreichbare Populationen (wie Drogenabhängige, Homosexuelle und Prostituierte) zum Einsatz kommt. Auf den Punkt gebracht zeichnet RDS aus, dass Ausgangsbefragungspersonen - so genannte ‚seeds' - Personen aus ihrem Netzwerk, die die Zielgruppenkriterien erfüllen, für die Studie rekrutieren. Diese neu gewonnenen Befragten (Erste-Welle-Personen) führen der Studie wiederum geeignete Personen aus ihrem Netzwerk zu. Ziel dieses dem 'Schneeballverfahren' ähnlichen Auswahlprozesses ist es, lange Rekrutierungsketten zu erreichen. Um dabei entstehende Verzerrungen korrigieren zu können, ist es unabdingbar, die Netzwerkstruktur (wer hat wen rekrutiert) und die Netzwerkgröße (Anzahl der Freunde im Netzwerk, die Zielgruppenkriterien erfüllen) zu ermitteln. Anders als das Schneeballverfahren verfügt RDS über eine theoretische Fundierung (Markov chain theory). Im Vortrag wird das RDS-Verfahren vorgestellt und anhand von Anwendungsbeispielen auf methodische Herausforderungen des Verfahrens eingegangen.