Wahl der Kinderbetreuung hängt in Westdeutschland auch mit der Persönlichkeit der Mütter zusammen

Bericht vom 12. Oktober 2011

von Liv Bjerre, Frauke H. Peter, C. Katharina Spieß

Mit dem Ausbau der außerhäuslichen Betreuungsangebote, insbesondere für Kinder unter drei Jahren, nutzen immer mehr Kinder dieser Altersgruppe Kindertageseinrichtungen. Diese formelle Betreuung wird häufig mit der Betreuung durch Großeltern oder andere Personen kombiniert. Welche Betreuungskombinationen und wie viele genutzt werden, hängt mit einer Vielzahl von sozioökonomischen Merkmalen und dem Angebot zusammen. Die Persönlichkeit der Mutter kann darüber hinaus Unterschiede in der Betreuungswahl erklären - wenn auch nur einen relativ geringen Anteil und vorrangig bei Familien, die in Westdeutschland leben. Analysen auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) haben für Westdeutschland gezeigt, dass Mütter, die sehr offen für Neues sind, eher die Nutzung einer Kindertageseinrichtung mit Formen informeller Betreuung kombinieren. Mütter, die sich im Sinne der Persönlichkeitsforschung als gewissenhaft einstufen, nutzen diese Angebote seltener als alleinige Betreuungsform neben der elterlichen Betreuung. Die Analysen zeigen einmal mehr, wie unterschiedlich die Präferenzen von Eltern sind. Eine Politik, die auf Wahlfreiheit setzt und durch einen Ausbau der Betreuungsinfrastruktur die Voraussetzungen dafür schafft, kann diesen Unterschieden gerecht werden.

Der vollständige Artikel im Wochenbericht 41/2011 (PDF, 169.2 KB)