2. April 2014

SOEP Brown Bag Seminar

Der flächendeckende Mindestlohn

Termin

2. April 2014
12:30-13:30

Ort

Gustav-Schmoller-Raum
DIW Berlin im Quartier 110
Room 3.3.002A
Anton-Wilhelm-Amo-Straße 58
10117 Berlin

Sprecher*innen

Prof. Ronnie Schöb (Freie Universität Berlin, CESifo, ifo Dresden)
Die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro ist ein großes, mit vielen sozialpolitischen Risiken verbundenes Experiment. Dieser Übersichtsartikel zeigt, dass weder die unterschiedlichen theoretischen Erklärungsmodelle noch die große Anzahl empirischer Arbeiten aus anderen Ländern die Hoffnung rechtfertigen, der Mindestlohn würde in Deutschland nicht zu substantiellen Beschäftigungsverlusten führen. Unsere Simulationsrechnung zeigt, dass bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro - unabhängig vom unterstellten Arbeitsmarktszenario - substantielle Beschäftigungsverluste drohen. Besonders stark betroffen sind die heutigen Aufstocker, die von der Mindestlohnerhöhung kaum etwas mit nach Hause nehmen können, aber in Zukunft einem ungleich höheren Arbeitsplatzrisiko ausgesetzt sind. Diese Befunde lassen zweifeln, dass die Politik mit dem Mindestlohn ihre erklärten Ziele einer erhöhten Verteilungsgerechtigkeit und der Entlastung der öffentlichen Haushalte erreichen kann.

JEL Klassifikation: H2, I3, J3
Stichworte: Flächendeckender Mindestlohn, Beschäftigungsverluste, Verteilungsgerechtigkeit

Kontakt

keyboard_arrow_up