Lehrstellen bleiben knapp

DIW Wochenbericht 42 / 2000, S. 677-687

Wolfgang Jeschek

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Abstract

Das Angebot an Lehrstellen in Deutschland war in den letzten Jahren - hauptsächlich in den neuen Ländern - unzureichend, obwohl das Ausbildungsplatzangebot stark subventioniert wurde. Auch wenn sich die Lage insgesamt etwas entspannt hat, gibt es weiterhin regionale und berufsstrukturelle Ungleichgewichte. Der Bedarf an beruflichen Ausbildungsplätzen wird voraussichtlich bis zum Jahr 2006 noch steigen, da sich die Zahl der von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen abgehenden Schüler bis dahin erhöht; nur in den neuen Ländern werden die Abgängerzahlen vom übernächsten Jahr an sinken. [1] Junge Menschen, die allgemeinbildende Schulen verlassen, möchten immer noch zum überwiegenden Teil eine berufliche Ausbildung im dualen System absolvieren; Abgänger beruflicher Schulen, an denen eine Berufsausbildung nicht abgeschlossen werden kann, streben dies zu einem großen Teil an. Die steigende Nachfrage nach Lehrstellen ist eine Herausforderung für Wirtschaft und Staat, auch weil künftig Erwerbstätige ohne beruflichen Ausbildungsabschluss weitgehend chancenlos am Arbeitsmarkt sein werden. Notwendig sind wieder mehr Investitionen in die betriebliche Ausbildung sowie der weitere Ausbau und die Modernisierung des dualen Systems.


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