Nach dem Ölpreisverfall im Jahr 1986 hatten sich die Ölpreise bis Mitte der neunziger Jahre - von wenigen kurzen Episoden abgesehen - in einer Spanne zwischen 15 und 20 Dollar je Barrel bewegt. Seither schlagen sie wieder deutlich stärker aus. Von Mitte 1996 bis Ende 1998 fielen sie drastisch, auf bis unter 10 Dollar, danach stiegen sie bis September 2000 auf über 36 Dollar. Aufgrund der knappen Lagerbestände Anfang 2000 waren hohe Mineralölpreise bis zum Sommer durchaus erwartet worden. Dass der Preisauftrieb danach noch anhielt, war allerdings überraschend, da im zweiten und dritten Quartal aufgrund mehrfacher Produktionssteigerungen der OPEC erheblich mehr Rohöl gewonnen als verbraucht wurde. Erst im Oktober fielen die Rohölpreise kräftig. Maßgeblich dazu beigetragen haben dürften Befürchtungen, dass das Wirtschaftswachstum in den USA abrupt in eine Rezession münden könnte. Durch die Ankündigung der OPEC, die Rohölgewinnung im Februar 2001 wieder deutlich zu kürzen, ist ein weiterer Preisverfall vermieden worden. Die nach wie vor knappen Lagerbestände, vor allem in den USA, sprechen dafür, dass es der OPEC gelingt, die Rohölpreise in dem angestrebten Korridor von 22 bis 28 Dollar je Barrel zu halten.
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