Die Belastung der privaten Haushalte in West- und Ostdeutschland durch direkte und indirekte Steuern

DIW Wochenbericht 46 / 1995, S. 781-788

Klaus-Dietrich Bedau, Dieter Teichmann

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Abstract

Die gesamtwirtschaftliche Steuerquote - Steuern in vH des Bruttoinlandsprodukts - ist in Westdeutschland von 26 vH (1980) auf knapp 24 vH (1990) zurueckgegangen. Nach der Vereinigung Deutschlands indes wurden die Einnahmen des Staates auf breiter Front erhoeht; 1994 betrug die Steuerquote reichlich 24 vH, 1995 fast 25 vH. Die Quote der Steuern und Sozialabgaben zusammen belief sich 1980 auf nicht ganz 45 vH, 1990 auf 43 vH, 1994 auf nahezu 46 vH des Bruttoinlandsprodukts. Der deutsche Einkommensteuertarif ist progressiv ausgestaltet; die Belastung der privaten Haushalte durch direkte Steuern nimmt mit der Einkommenshoehe zu. Die Belastung der Haushalte durch indirekte Steuern ist von der Ausgabenstruktur abhaengig: Zum einen gibt es im Umsatzsteuerrecht neben dem Normaltarif einen ermaessigten sowie einen Nullsatz fuer einige Ausgabearten; zum anderen wird eine Reihe von Waren mit speziellen Verbrauchsteuern belegt. Beim Verbrauch der Haushalte mit geringem Einkommen fallen die mehrwertsteuerfreien Ausgaben (vor allem die Wohnungsmieten), beim Verbrauch der Haushalte mit hoeherem Einkommen die vollbesteuerten Ausgaben staerker ins Gewicht als bei den anderen Haushaltstypen. Die Belastung der Haushalte durch spezielle Verbrauchsteuern nimmt mit steigendem Einkommen zunaechst zu, spaeter ab. Fuer die meisten der in diese Untersuchung einbezogenen Haushalte sind von 1991 bis 1994 die Einkommen staerker als die von diesen Haushalten gezahlten Steuern gestiegen. 1995 hat die Wiedereinfuehrung des Solidaritaetszuschlages aber zu einer steuerlichen Mehrbelastung der privaten Haushalte gefuehrt. Die in diesem Bericht verwendeten Daten entstammen Steuerstatistiken sowie der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und den laufenden Wirtschaftsrechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Themen: Steuern


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