Erbschaften und Schenkungen in Deutschland: wachsende fiskalische Bedeutung der Erbschaftsteuer für die Länder

DIW Wochenbericht 5 / 2004, S. 59-65

Jürgen Schupp, Marc Szydlik

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Abstract

In der aktuellen Debatte zur grundlegenden Modernisierung der Einkommensteuer gerät in Vergessenheit, dass auch die Erbschaftsteuer seit langem auf der Reformagenda steht. Die heutige Unterbewertung von Immobilien- und Betriebsvermögen verletzt die Gleichmäßigkeit der Besteuerung. Mit dem gegenwärtigen Volumen von rund 3 Mrd. Euro hat die Erbschaftsteuer zwar nur einen Anteil von weniger als 1 % an allen Steuereinnahmen in Deutschland, jedoch ist die Tendenz steigend. Die Daten des vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) erlauben neuerdings sozio-demographisch differenzierte Schätzungen zum jährlichen Erbschaftsvolumen. Nach SOEP-Schätzungen haben derzeit rund 1,5 % aller Privathaushalte in Deutschland einen jährlichen Vermögenszugang aufgrund von Erbschaften in Höhe von durchschnittlich 65 000 Euro. Knapp ein weiteres Prozent aller Haushalte erhält jährlich Schenkungen von durchschnittlich 30 000 Euro. Aus diesen Transfers errechnen sich insgesamt Einkommen von Privathaushalten in Höhe von jährlich etwa 50 Mrd. Euro; dies entspricht mehr als 2 % des Bruttoinlandsprodukts.

Jürgen Schupp

Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Themen: Steuern


Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151277

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