Zur Entwicklung der sowjetischen Außenhandelspolitik

DIW Wochenbericht 49 / 1965, S. 240-242

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Abstract

Die Zielsetzung der sowjetischen außenhandelspolitik der letzten zwanzig Jahre ist leichter zu durchschauen, als dies in westlichen Volkswirtschaften der Fall ist. Erstens wird immer wieder betont, daß die Außenhandelspolitik der UdSSR ein "untrennbarer Bestandteil der sowjetischen Außenpolitik" ist. Zweitens ist eine Importorientierung vorherrschend: Es werden hauptsächlich Investitions- und Engpaßgüter eingeführt, um ein bescheunigtes wirtschaftliches Wachstum zu erzielen. Der Ausfuhr wurde bis vor kurzem nur sekundäre Bedeutung beigemessen; ihre Rolle wurde vor allem darin gesehen, Saldierungsfaktor für die Zahlungsbilanz zu sein. Schließlich das dritte Kennzeichen, das unter bestimmten Umständen in einem Widersprüuch zu den beiden anderen steht: die stark autarkistische Tendenz der sowjetischen Außenhandelspolitik. Diese wird einerseits durch die reichlichen Rohstoffe und die Größe des sowjetischen Wirtschaftsraums gefördert, mehr aber noch durch die Unfähigkeit des bislang praktizierten Systems der Planwirtschaft, die Vorteile des Außenhandels voll auszunützen. Auch die Furcht vor einem Wirtschaftskrieg ist hier zu nennen. Diese ist keineswegs unbegründet, denn in der Vergangenheit wurde von westlicher Seite mehrmals ein Embargo verhängt. In letzter Zeit lassen sich mehrere Tatsachen registrieren, die einen allmählichen Wandel der bisherigen sowjetischen Außenhandelspolitik nicht mehr ganz ausgeschlossen erscheinen lassen.


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